Werdohler Frauen feiern Weltgebetstag in St. Michael

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Nach dem Gottesdienst in St. Michael anlässlich des Weltgebetstages trafen sich 36 Frauen zu einem Imbiss im kleinen Pfarrsaal.

Werdohl - Tee, Brot, Streichkäse und Schmalz standen auf den Tischen schon für die Frauen bereit. 36 Gäste ließen sich im kleinen Pfarrsaal von St. Michael nach dem Gottesdienst zum Weltgebetstag einen Imbiss schmecken und plauderten miteinander. Das Motto des Weltgebetstages hieß dieses Mal „Wasserströme in der Wüste“. Frauen aus Ägypten hatten den Rahmen für den Gottesdienst vorgegeben.

Ein Team von acht Frauen hatte in Werdohl eigene Ideen für diesen Gottesdienst vorbereitet. Die Hälfte der Frauen war katholisch, die andere Hälfte evangelisch. Drei Mal hatten sie sich seit Januar zur Vorbereitung getroffen. Die biblische Geschichte von Jesus, der am Jakobsbrunnen eine Samariterin trifft, stand im Zentrum des Gottesdienstes. Jesus wird in dieser Bibelstelle als derjenige bezeichnet, der „lebendiges Wasser“ gebe beziehungsweise sei. Angelika Lingnau griff dies in ihrer Predigt auf und stellte die Frage: „Wo können wir für andere Wasser sein?“

Ihre Antwort war: Es komme auf die kleinen Momente und Gesten im Leben an. Wichtig seien die Begegnungen mit anderen, sich selbst und mit Gott. Die Sehnsucht – nicht nur nach Wasser –bleibe aber stets, „denn ich will ja immer noch ein Stück weiter kommen“.

Der „Durst“ bleibe erhalten. Die Frauen in Ägypten beispielsweise hätten „Durst“ nach Freiheit und sozialer Gerechtigkeit. So sei ihr bei der Formulierung ihrer Predigt aufgefallen, dass es zwar das Wort „satt“ für den Zustand des Nicht-mehr-hungrig-Seins gebe, aber kein Äquivalent für Nicht-mehr-durstig-Sein. Um diesen Durst – nicht nur ägyptischer Frauen – zu stillen, sei es ratsam, im Leben stets „achtsam und aufrichtig zu sein“.

Und so wurde am Ende des Gottesdienstes in der St.-Michael-Kirche auch eine Kollekte eingesammelt. Das Geld, welches dabei zusammen kam, wird laut Lingnau für die Bildung von Frauen in Brennpunkten überall auf der Welt – nicht nur in Ägypten – verwendet, also für die Stillung des Wissensdurstes. Zufällig sei der Start der Vorbereitungen ägyptischer Frauen für den diesjährigen Weltgebetstag zeitlich zusammen gefallen mit der ägyptischen Revolution am 25. Januar 2011 auf dem Tahrir-Platz in Kairo. - kol

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