Lennergy: Auf der Internetseite gekündigt

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Die Fensterscheiben wurden von Innen mit Zeitungen zugeklebt, die Rollos sind heruntergelassen. ▪

WERDOHL ▪ „Finito“ – übersetzt „Vorbei“ – lautet die EM-Schlagzeile auf einer der Zeitungsseiten, die von Innen an einige der Fensterscheiben des Fitness-Studios geklebt wurden. Das trifft auch auf den Trainingsbetrieb im Lennergy & fitness an der Schlacht zu.

Wer einen Blick durch die große Fensterfront oberhalb der Lenne riskiert, der ahnt, das etwas nicht stimmen kann: Wo Figurbewusste noch vor kurzem an hochmodernen Geräten ihre Muskulatur aufbauen oder definieren konnten, herrscht jetzt gähnende Leere. Lediglich einige wenige Fitnessgeräte stehen noch in dem ansonsten verwaisten Trainingsraum. In anderen Räumen liegen Holzpaletten auf dem Boden, Leitern und Planen lassen erahnen, dass hier vor kurzem ausgeräumt wurde. Die Eingangstür ist während der eigentlichen Öffnungszeit verschlossen, das gesamte Gelände verlassen.

Das gilt auch für die einst umfangreiche Internetpräsenz des Studios. Wird sie aufgerufen, erscheint der Hinweis „Keine Inhalte“. Allerdings: Bevor die Seiten gelöscht wurden, hat Lennergy-Inhaberin Kerstin Luniaczek – sie war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen – ihren Kunden dort mitgeteilt, dass deren Mitgliedschaften erloschen seien. Dieter Teckhaus, bisher Mitglied im „Lennergy“, hat die entsprechende Mitteilung im Smartphone archiviert. Luniaczek schreibt: „Liebe Mitglieder, leider wurden die Renovierungszusagen vom Vermieter mal wieder nicht eingehalten. Deshalb habe ich den Mietvertrag fristlos gekündigt und das Fitness-Studio ist ab sofort für immer geschlossen. Alle Mitgliedschaften sind hiermit ebenfalls gekündigt.“

Im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet Teckhaus, dass es im Studio schon seit längerer Zeit Probleme mit der Warmwasserbereitung gegeben habe: „Wenn viele Mitglieder duschen wollten, zum Beispiel nach Kursen, reichte das warme Wasser nicht aus. Das war aber nichts Existenzielles“, erklärt Teckhaus. Es hieß, der Vermieter werde einen größeren Boiler einbauen. Diese Arbeiten seien aber mehrmals verschoben worden. Ende Juni habe Luniaczek das „Lennergy“ geschlossen, mit der Begründung, in den kommenden vier Wochen würden die notwendigen Renovierungsarbeiten durchgeführt. Er habe zwischendurch versucht, die Studio-Inhaberin unter anderem per SMS zu erreichen. „Erfolglos“, stellt Teckhaus fest. Dann folgte die Kündigung auf der Internetseite – die allerdings längst nicht alle Mitglieder gelesen haben. So berichtete ein Werdohler gestern: „Mein Sohn trainiert dort. Ihm wurde gesagt, dass jetzt Ferienpause ist und dass renoviert werden soll.“ Von einer endgültigen Schließung wisse er nichts.

Auch die Mitglieder der Facebook-Gruppe „Lennergy & fitness“ tappen im Dunkeln. Nachdem hier zunächst von der Moderatorin angekündigt wurde, der Fitnesstempel bleibe „wegen Teerarbeiten“, die ein Betreten und Befahren unmöglich machen würden, bis 24. August geschlossen, wird nun über eine mögliche Firmenpleite spekuliert. Die Moderatorin hat jetzt angekündigt, das Forum in Kürze schließen zu wollen: „...auf Befehl von Kerstin...“ Sie habe keinen Lust auf einen Streit mit dem Anwalt der Inhaberin.

Teckhaus will sich allerdings nicht mundtot machen lassen, wie er betont. Er hat gestern deshalb die offene Facebook-Gruppe „Lennergy & fitness offene Plattform“ gegründet.

von Carla Witt

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