Stauff: Tochtergesellschaft in Thailand gegründet

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Mitarbeiter setzen die Filter an einem Fließband zusammen und bereiten sie für das Verpacken vor.

Werdohl - Mehr als 220 Männer und Frauen gehen in der Firma Stauff im Ehrenfeld täglich ihrer Arbeit nach und produzieren Filterelemente und Messkupplungen, die in vielen Ländern zum Einsatz kommen. Für die Serie „Werdohl weltweit“ hat der SV den Mitarbeitern über die Schultern geschaut.

Die Produktpalette des Unternehmens ist breit gefächert. Spezialisiert hat sich Stauff auf die Entwicklung, Herstellung und den weltweiten Vertrieb von Fluidtechnik-Komponenten für den Maschinen- und Anlagenbau. Seinen Hauptsitz hat das Unternehmen in Werdohl-Ehrenfeld. Ebenfalls zu Stauff gehören ein Logistikzentrum in Neuenrade und eine weitere Produktionsstätte in Plettenberg, wo das Hauptaugenmerk auf Schellen aus Kunststoff, Stahl und Edelstahl liegt.

In Werdohl dreht sich hingegen alles um Filterelemente und Messkupplungen. Zum Einsatz kommen die Anfertigungen überall dort, wo Hydraulik eine Rolle spielt und damit ebenso in Bau-, Hebe-, Land-, Forst- und Werkzeugmaschinen wie im Bereich der Schiffsverladung und der Öl- und Gasförderung.

Am Anfang standen die Federkerne

 Seinen Anfang fand das Unternehmen in den 1930er Jahren als Handelsbetrieb für maschinentechnische Artikel. 1937 wurde die Herstellung und Reparatur von Federkernen für Matratzen zum Geschäftsmittelpunkt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Unternehmen geschlossen. Am 20. August 1945 erweckte Walter Stauffenberg das Unternehmen als Ein-Mann-Betrieb wieder zum Leben. 1955 erfolgte eine Umwandlung in eine Lohndreherei für ortsansässige Produktionsbetriebe.

Mitte 1963 folgte der Umzug von Werdohl-Ütterlingsen an die Neustadtstraße 27. Damals zählte das Unternehmen 20 Angestellte. Zu der Zeit übernahm der Schrott- und Metallhändler Arnold Menshen die Firma. Bis heute ist Stauff unter der Lukad Holding GmbH und Co. KG, die ausschließlich aus Angehörigen der Menshen-Familie besteht, Teil des Familienunternehmens.

Am Ende des Laufbandes werden die Filterelemente verpackt.

Bereits sehr früh habe Arnold Menshen auf Export gesetzt, erklärt Heiner Schmitz, Geschäftsführer von Stauff in Deutschland. 1972 erfolgte die Gründung der ersten Auslandsgesellschaft in den Vereinigten Staaten. 1976 folgten Australien, 1977 Großbritannien und 1980 Frankreich. 1982 fiel der Startschuss zur Messkupplungen und -schläucheproduktion. 1983 erfolgte der Umzug des Unternehmens nach Werdohl-Ehrenfeld. Seit 1983 werden zudem Hydraulikfilter produziert. Damit einher ging schließlich die erste Erweiterung der Betriebsfläche in Ehrenfeld.

Auch kam es zu weiteren Gesellschaftsgründungen in China, Kanada, Indien, Italien, Neuseeland, Polen, Südkorea, Russland, Irland, Malaysia, der Ukraine und Vietnam. Die jüngste Tochtergesellschaft wurde 2013 in Thailand gegründet. Aktuell ist das Unternehmen in 18 Ländern mit 45 eigenen Niederlassungen vertreten. Exportiert wird insgesamt in 80 Länder.

Werksfläche wird immer größer

Im Laufe der Jahre wurde die Fläche am Ehrenfeld immer wieder vergrößert, zuletzt 2012. Durch einen Neubau auf dem Gelände und die Errichtung eines sogenannten Kardex-Shuttle-Lagersystems, das optisch an einen Turm erinnert, wurde die Werksfläche um mehr als 50 Prozent auf 5100 Quadratmeter erweitert.

In den Gebäuden produziert das Unternehmen jährlich mehr als 10 000 unterschiedliche Filterelemente. An einem langen Fließband werden die Einzelteile zusammengesetzt und verpackt. In der Halle nebenan produzieren die Mitarbeiter jährlich mehr als drei Millionen Messkupplungen. Diese werden aus Stahlstangen hergestellt. Zudem werden 400 bis 500 Kilometer Messschläuche pro Jahr verarbeitet. Mitarbeiter an Spezialmaschinen verpressen dabei die Schlauchenden mit passenden Armaturen. Den gesamten Fertigungsprozess teilen sich die Mitarbeiter mit Robotern. Mit 200 Millionen Euro Umsatz war 2014 für die gesamte Stauffgruppe ein Rekordjahr. Ein Großteil des Umsatzes nahm seinen Anfang in Werdohl.

Ebenfalls zum Werk gehört ein Technologiezentrum. Dort werden eigene oder Konkurrenzprodukte bis zum Zerbersten getestet. Das Unternehmen hat noch viel vor. Dabei setzt es auf gute Fachkräfte, die im Betrieb ausgebildet werden. Derzeit absolvieren fünf Auszubildende im kaufmännisch-technischen und neun Auszubildende im gewerblichen Bereich ihr Lehre am Werdohler Standort der Firma Stauff. - Von Jana Peuckert

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