Everest-Lauf in Werdohl wegen Dauerregens abgebrochen

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Die Läufer auf dem Weg ins Tal: Fred Lange führt gerade vor Sebastian Tengler, am Wegesrand stehen Zuschauer, die die Sportler anfeuern.

Werdohl - Da kann die Planung noch so gut sein, das Sauerländer Wetter hat seinen eigenen Kopf: Am Wochenende zwang anhaltender Regen die Teilnehmer des Everest-Laufes zur Aufgabe. Nach 24 Runden, rund 62 Kilometern und 5040 Höhenmetern warfen Fred Lange und Sebastian Tengler um 2 Uhr nachts die durchnässten Laufklamotten in die Ecke.

„Die Strecke war absolut nicht mehr laufbar. Wir steckten bis zu den Waden im Schlamm. Bei 54 Prozent Gefälle konnten wir bei der Nässe nur noch rutschen“, erklärte Fred Lange am Sonntagmorgen.

Bis Runde 21 lag das Team gut in der Zeit. 8848 Höhenmeter auf einer Distanz von 115 Kilometern in 24 Stunden zurücklegen – das Ziel schien erreichbar. Runde um Runde bezwangen die beiden Extremläufer die Strecke unten von der Lenne an der Altenaer Straße hinauf bis zum Sendemasten auf dem Remmelshagen und zurück. Doch ebenso stetig, wie die Läufer einen Fuß vor den anderen setzten, so stetig durchweichte der Dauerregen den Untergrund.

Gesundheit geht vor

Um Mitternacht, nach der Hälfte der Zeit, liefen schließlich Bäche den Hang herab. Die Sportler liefen nicht mehr. Mit Blick auf ihre Gesundheit ließen sie es langsamer abgehen. „Wir haben uns permanent beraten“, so Lange. Schließlich verloren sie zu viel Zeit. Für eine trittsichere Runde brauchten Tengler und Lange nicht mehr die angepeilten 25, sondern mehr als 40 Minuten. Das Ziel des 24-Stunden-Laufs war nicht mehr zu schaffen. Die Männer brachen schweren Herzens ab.

Werdohler Everest-Lauf

Nach Badewanne und Bett am nächsten Morgen ein elektrolytreiches Bier: So wie viele Helfer nutzten die beiden Extremsportler den Sonntagvormittag für einen Frühschoppen an der Altenaer Straße. Die Organisatoren, Vereine mit Unterstützung vieler Sponsoren, hatten alles ihnen Mögliche getan, um dem Everest-Lauf mitsamt einem unterhaltsamen Rahmenprogramm zum Erfolg zu verhelfen. Auf das Wetter hatten sie keinen Einfluss.

Gaben ein gutes Team ab: Jürgen Reuter und sein Enkel Luca Knipp bezwangen den Remmelshagen gemeinsam.

So war es einfach Pech, dass nicht die erhoffte Zahl an Besuchern kam, um die Sportler anzufeuern, die Live-Musik zu erleben und die vielfältigen Speisen zu genießen. Passend zur Idee, den Mount Everest mit seinen 8848 Metern in Werdohl zu erklimmen, war der Platz an der Schranke unterhalb des Kletterfelsens als Basecamp mit tibetischen Gebetsfahnen dekoriert worden. Aus kleinen Holzbuden verkauften der Werdohler Bürgerstammtisch Wein und „Tante Jo“ belegte Brötchen. Skifahrer schenkten Getränke aus, Schützen brieten Würstchen, die Radfahrer des TuS Jahn boten Kuchen und Glühwein an. Pavillons mit Bänken luden zum Verweilen ein.

29 Läufer auf der Strecke

Dazu gab es Musik der Cover-Band Ohne Yoko und von iJazz mit Nicolas Leitgeb. Sportgruppen von den Tanzmäusen bis zu den Zumba-Strong-Damen präsentierten sich.

Pünktlich um 12 Uhr am Samstag hatte Moderator Jörg Bora gemeinsam mit Kindern den Startschuss zum Lauf gegeben. Immer, wenn fortan Läufer am Basecamp vorbeikamen, animierte er die Zuschauer zum Anfeuern. Insgesamt gingen 29 Läufer aus der Region auf die Strecke, darunter fünf Frauen. Neben Fred Lange und Sebastian Tengler, die 42 Runden angepeilt hatten, liefen sie eine bis sechs Runden. Gemeinsam ging das sportliche Opa-Enkel-Gespann Jürgen Reuter (72) und Luca Knipp (15) auf die Strecke. Es benötigte 25 Minuten für die Runde.

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