„Werdohler essen sehr gerne Spaghetti Carbonara“

+
Paul, Suheyb und Loran sind echte Nudelfans. Die Drei- und Vierjährigen besuchen die Kindertagesstätte Budenzauber, wo es mindestens einmal pro Woche Teigwaren gibt.

WERDOHL - Genüsslich schlürft der dreijährige Paul einige extra lange Spätzle – pur, ganz ohne Sauce. Auch den Vierjährigen Suheyb und Loran munden die Teigwaren sichtlich. Monika Salmen lächelt. „Bei uns gibt es mindestens einmal in der Woche Nudeln“, sagt die Erzieherin in der Kindertagesstätte Budenzauber.

Salmen weiß: „Die meisten Kinder lieben Nudeln.“

Viele Werdohler teilen diese Leidenschaft für das Getreideprodukt – und haben vielleicht vor, das vielseitige Lebensmittel am Weltnudeltag (25. Oktober) zu genießen. Die Nudelhersteller nutzen den Weltnudeltag seit 1995, um Verbraucher über das beliebte Produkt zu informieren. Nach den Angaben des Verbands der Teigwarenhersteller und Hartweizenmühlen Deutschlands (VTH) aß jeder Deutsche 2009 im Durchschnitt 7,7 Kilogramm Nudeln im Jahr – 2,2 Kilogramm mehr als zu Beginn der 90er-Jahre. Damit lägen die Deutschen im Nudelkonsum europaweit auf Rang sechs.

Weltmeister im Nudel-Verzehr sind nach wie vor die Italiener mit etwa 30 Kilogramm jährlich pro Kopf, was angesichts der lukullischen Vielfalt der Pastaspezialiäten auch kaum verwundert. Dementsprechend bestellen auch die Kunden der Trattoria Pizzeria I Templi gerne Pastagerichte. „Die Werdohler essen sehr gerne Spaghetti Carbonara“, sagt Diana Witte, die die Bestellungen der Kunden aufnimmt. Doch sei auch der Bolognese-Klassiker bei den Sauerländern beliebt. „Und natürlich die überbackenen Variationen“, betont Witte.

Doch was ist mit den Werdohlern, die auf ihre schlanke Linie achten? Auch sie müssen nicht auf den Teigwarengnuss verzichten, erklärt Ursula Fay, Fach-Apothekerin für Ernährung. „Es kommt auf die Menge an“, weiß die Inhaberin der Stadt-Apotheke, dass es unfair wäre, die Nudel an sich als Dickmacher zu verdammen. „Natürlich enthalten Nudeln viele Kohlehydrate, aber auch Eiweiß“, sagt Fay. „Mehr als 100 Gramm Trockennudeln sollten es pro Tag aber nicht sein“, betont sie – und hat noch einen ganz wichtigen Tipp auf Lager: „Die Sauce spielt selbstverständlich eine ganz wichtige Rolle.“ Statt zu cremiger Sahnesauce mit Schinkenstückchen oder gehaltvollem Käseüberzug sollten figurbewusste Werdohler lieber zu frisch gekochter Tomaten- oder Gemüsesauce greifen, rät Fay.

Eine andere Nudel-Lösung hat Christian Crone parat: „Wir essen natürlich Kartoffelnudeln,“ sagt Crone mit einem Augenzwinkern. Auch der Werdohler Kartoffelbauer, der immerhin auf circa vier Hektar Erdäpfel anbaut, und seine Familie genießen aber hin und wieder „richtige“ Nudeln.

Apropos Genuss: An dieser Stelle möchte die Redaktion noch alle Werdohler Eltern versöhnlich stimmen, die sich hin und wieder über den lautstarken Nudelgenuss ihrer Sprösslinge ärgern: Japaner schlürfen Nudeln so laut und genüsslich wie nur möglich. Tun sie es nicht, denkt der Gastgeber, das Essen hätte ihnen nicht geschmeckt.

Von Carla Witt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare