Corona-Schutzimpfung

91-Jähriger erhält ganz unverhofft und kurzfristig Impftermin

Coronavirus - Impfzentrum
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Symbolfoto

Eigentlich hätte Karlheinz Neumann noch rund vier Wochen auf seine erste Corona-Schutzimpfung warten müssen. Dann ging es aber plötzlich ganz schnell für den 91-Jährigen.

Werdohl Als es im Januar losging mit der Impfung der Über-80-Jährigen, schwankte Karlheinz Neumann zwischen Gelassenheit („Ich habe doch noch Zeit!“) und Verärgerung („Die Fahrt ins Impfzentrum ist für mich ein Tagesausflug!“). Um die Buchung des Impftermins über das Internet bemühte sich seine Tochter, was sich als nicht ganz so einfach herausstellte.

„Weil mein Vater mir und anderen nicht zur Last fallen möchte, wollte er mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Impfzentrum fahren“, berichtet Barbara Borchert. Also suchte sie auf der Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung nach Terminen, die mit dem Busfahrplan kompatibel waren. Die Folge: Passende Termine gab es erst Ende April und Ende Mai.

Dann eröffnete der Märkische Kreis in der vergangenen Woche urplötzlich die Möglichkeit, für die Bevölkerungsgruppe Ü80 einfach per E-Mail kurzfristig Termine zu buchen. „Ich habe dann am Freitag eine E-Mail hingeschrieben und hatte innerhalb eines Tages eine Antwort“, berichtet Borchert. Bereits am darauffolgenden Sonntag sollte ihr Vater nun geimpft werden können, rund einen Monat früher als geplant. „Ich bin aus allen Wolken gefallen“, sagt Karlheinz Neumann.

„Weg vorzüglich ausgeschildert“

Weil der Impftermin nun auf einen Sonntag fiel, chauffierte Barbara Borchert ihren Vater also nach Lüdenscheid. Um 17.30 Uhr sollte der Senior dort in der Historischen Schützenhalle an der Reckenstraße seine erste Dosis des Biontech/Pfizer-Impfstoffs erhalten, überpünktlich traf er am Ort des Geschehens ein. Doch schon vorher war Karlheinz Neumann von der Organisation begeistert. „Der Weg zum Impfzentrum ist vorzüglich ausgeschildert“, stellte er fest.

Karlheinz Neumann aus Werdohl hat ganz unverhofft einen kurzfristigen Impftermin bekommen.

Vor dem Eingang zum Impfzentrum habe sich etwa ein Dutzend Menschen befunden, als er dort eingetroffen sei, berichtet Karlheinz Neumann weiter. „Etwa die Hälfte davon waren wohl Begleitpersonen“, erklärt er sich, warum er trotzdem sehr schnell in die Halle gelassen worden sei.

Kritischer Senior ist voll des Lobes

Auch im Impfzentrum selbst sei der Weg bestens beschildert gewesen, erzählt Neumann, dass ihm die Orientierung sehr leicht gefallen sei. „Das muss man ja auch einmal lobend erwähnen“, meint der ansonsten durchaus kritische Ruheständler. Er berichtet von freundlichem Personal und davon, dass auf dem langen Weg bis zur Impfung immer wieder Stühle die Möglichkeit zum Ausruhen geboten hätten.

Etwa eine halbe Stunde habe es gedauert, bis er schließlich die Spritze mit dem Vakzin erhalten habe. „Das ist mir aber gar nicht so lange vorgekommen, weil es da so viel zu beobachten gab“, blickt Neumann zurück. Nach der Impfung ging es dann noch in einen Ruheraum, ehe schließlich noch der zweite Impftermin vereinbart werden musste. Für Karlheinz Neumann ist das kurioserweise nun genau der Tag, an dem er eigentlich seine erste Dosis hätte erhalten sollen.

Viel Hilfsbereitschaft erfahren

Nach nicht einmal einer Stunde konnte der 91-Jährige das Impfzentrum wieder verlassen. „Ich habe mich gefühlt wie ein Sonntagskind“, ist er noch einige Tage danach begeistert vom Ablauf seiner ersten Corona-Schutzimpfung. Auch zur zweiten Impfung wird ihn wohl seine Tochter fahren, obwohl er inzwischen viel Hilfsbereitschaft erfahren habe. „Nach dem Artikel in der Zeitung haben sich einige Menschen bei mir gemeldet, die mir angeboten haben, mich kostenlos zu fahren“, erzählt Neumann.

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