„Eis macht glücklich“

Vanille, Weintraube oder Spongel? Rui Santos ist froh, dass die Eissaison in diesem Jahr schon früh angefangen hat. Foto: Peuckert

Werdohl -  Ob Schokoladen-, Erdbeer- oder Spongeleis – mit den frühlingshaften Temperaturen erwacht auch die Lust auf die kalten Schleckereien. Grund genug für die Werdohler Eismacher, ihre Maschinen auf Hochtouren laufen zu lassen.

Und so vermischt Guiseppe Diolosa vom Eiscafé Valentino eifrig Milch und Kakao zu einer Masse, aus der später Schokoladeneis entsteht. „Eis macht glücklich“, sagt er und lacht. Glücklich ist er auch mit seiner Berufswahl. „Es hat als Spaß begonnen“, erzählt Diolosa. 1996 sei er in einer Gevelsberger Eisdiele gefragt worden, ob er nicht kurz aushelfen könnte. „Dann stand ich da hinter dem Tresen und habe Kugel geformt“, erinnert sich Diolosa. Schnell sei er mit Spaß dabei gewesen. Mit Hilfe seines Vaters habe er schließlich das Eiscafé in Werdohl übernommen. 2006 sei er nach Italien gefahren, um dort an einem Kurs teilzunehmen: „Dort waren 200 Eismacher. Ich habe am Ende den 13. Platz belegt und ein Diplom bekommen.“ Im selben Jahr legt er in Köln eine Prüfung ab und erlangt den Meisterbrief.

In seinem Eiscafé bietet er neben Milch- und Fruchteis auch Sorbeteis an. „Das besteht zu 40 Prozent aus Frucht, ist ohne Laktose und Fett.“ Im vergangenen Jahr seien Don-Vito-Eis mit Vanille, Amarena und Schoko- stückchen bei den Erwachsenen und „Black Mamba“, Vanilleeis mit Johannisbeeren, bei den Kinder absolute Renner gewesen. Für die Saison 2014 hat der Eiskonditor zwei neue Sorten. „Was es ist, bleibt noch geheim. Es soll eine Überraschung für die Kunden werden“, sagt Diolosa. Das Eis werde immer frisch hergestellt, Reserve gebe es nicht. „Wir arbeiten ohne Konservierungsstoffe.“

Guiseppe Diolosa stellt nicht nur Eis, sondern auch Kuchen selber her. „Wir machen Schwarzwälder-Kirschtorte, Käsekuchen und Tiramisu.“ Für die neue Saison sucht der Eismacher dringend noch Aushilfen. „Erfahrung müssen die Bewerber nicht haben. Nur flexibel, fleißig und gut gelaunt sein“, erklärt Diolosa.

Ideen für neue Eiskreationen hat sich Rui Santos, Inhaber der Eisdiele Bella Italia, während eines Besuchs der Eismesse in Rimini geholt. „Da fahre ich jedes Jahr hin“, erzählt Santos. Als Ergebnis seiner Italienreise hat er für die Saison 2014 die Eissorten Weintraube-Erdbeere, Sambuco-Spritz und Spongel ins Sortiment aufgenommen. Letzteres ist nach der Trickfigur Spongebob Schwammkopf benannt und schmeckt nach Vanille und Keksen.

Santos ist 2001 aus Portugal nach Deutschland gekommen und hat eine Anstellung in einer Eisdiele bekommen. In seinem Heimatland habe er nichts mit Eis zu tun gehabt. Aber die Arbeit mit der kalten Süßspeise habe ihm Spaß gemacht. Und so habe er 2006 die Eisdiele in Werdohl gekauft. Auch wenn er Portugiese sei, habe er sich für italienisches Eis entschieden. „Eis kommt einfach aus Italien.“ So wie seine Zutaten, die er regelmäßig liefern lässt.

Jeden Morgen begibt er sich um 9 Uhr in die Eisküche, um die Leckereien für den Tag zu produzieren. „Das dauert etwa drei bis vier Stunden“, erzählt Santos. 2011 habe er sein Geschäft mit neuer Technik ausgestattet. Seither gebe es auch neue Sorten. „Früher mochten die Leute Vanille und Stracciatella am liebsten“, erklärt er. Jetzt seien zum Beispiel Oreo- und Cookies-Eis sehr beliebt. Nachdem die Eissaison aufgrund des Wetters im vergangenen Jahr erst Mitte Juni richtig angefangen hatte, freut sich Santos sehr über die frühen, angenehmen Temperaturen in diesem Jahr. Wermutstropfen sei jedoch die Parkplatzsituation. „Die Leute haben nicht mehr so viel Zeit, Kaffee zu trinken und Eisbecher zu essen“, sagt Santos.

Von Jana Peuckert

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