Riesiges Interesse am Reformationsfest

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Sogar die Empore der Christuskirche war voll besetzt.

Werdohl - Unter dem Motto „vergnügt.erlöst.befreit.“ hatte die Evangelische Kirchengemeinde Werdohl am Dienstagnachmittag und -abend in die Christuskirche und ins benachbarte Gemeindehaus eingeladen, um im Rahmen eines Gottesdienstes und anschließend bunten Festes in besonderer Weise an Martin Luther und den 500. Jahrestag der Reformation zu erinnern.

Diese Einladung fand bei außergewöhnlich vielen Menschen Zuspruch. Dazu gab es ein auf musikalischer Ebene hervorragend zusammengestelltes, abwechslungsreiches Programm, das gegen 20 Uhr mit Luthers Abendsegen in der Christuskirche und einer Churchnight der Evangelischen Jugendallianz seinen Ausklang fand. So festlich wie der Reformationsgottesdienst selbst, so war auch der Altarraum gestaltet. Er war in Richtung auf das Bild vom auferstandenen Jesus in dezent rotes Licht getaucht, und auch die komplette Altar-Deko war wirkungsvoll in Rot gehalten. Als besonderer Kontrast wirkten dabei die weißen Amaryllis, die im gesamten Kirchenschiff ein besonderer Blickpunkt waren.

Ein Orgel-Solo eröffnete den Gottesdienst, bevor Pfarrer Dirk Grzegorek im Zusammenhang mit dem Jubiläum auf Begriffe wie Erneuerung oder Befreiung einging und im Zusammenhang damit auf diverse negative Merkmale hinwies, die im Laufe der Jahrhunderte bis in die Gegenwart zur Geschichte der Menschen gehörten. Ein Faden, der später in der Predigt der Vikarin Christine Köntopp auf andere Weise aufgegriffen wurde.

Zuvor jedoch folgte, was bei einer Erinnerung an Martin Luther nicht fehlen durfte: Der Chor der Christuskirche – verstärkt durch Instrumentalisten – stimmte das wohl bekannteste Luther-Lied an und band die Gemeinde damit auch ein: „Ein feste Burg...“ Die Mädchen und Jungen des Chores der Martin-Luther-Grundschule und die KU-3-Kinder folgten mit zwei Liedern aus dem Luther-Musical „Der falsche Ritter“.

In ihrer Predigt ging Vikarin Köntopp darauf ein, dass Luther gerade in diesem Jahr wie ein Heiliger verehrt werde. Gerade das aber habe der Vater der Reformation gehasst. Sie schlug die Brücke hin zu Ansichten und Ängsten und zum Leben, das sich von damals bis heute gewandelt habe. Das Joch der Knechtschaft spielte eine Rolle, wie auch der Weg zur Sünde, die sich immer wieder anders verkleide. Aber: „Der uns davon erlöst, bleibt immer derselbe“. Jesus habe die Christen zur Freiheit befreit. Das sollte weiter verbreitet werden. Und noch eins war Christine Köntopp wichtig: Die großen Religionen der Welt sollten sich um die Einheit aller bemühen.

Ein Bausteinchen auf diesem Weg war die Teilnahme von Pater Kamil von der Katholischen Kirchengemeinde – ein wenig Ökumene an einem besonderen Tag. Er war auch eingebunden in den mit Dirk Grzegorek und Christine Köntopp formulierten Appell, die negativen und gefährlichen Entwicklungen der Gegenwart zu stoppen und das Los vieler Menschen zu lindern und zu beseitigen. Das Reformationsfest war geprägt durch unterschiedliche musikalische Beiträge. Die Liederwerkstatt der Reformation gewährte Einblick „vom Liebeslied zum Choral“, der Posaunenchor war beteiligt und bei der „Musik der Königin – Festliche Orgelklänge zu vier Händen und Füßen“ setzten Kantorin Marion Jeßegus und Organist Frank Kirchhoff besondere Akzente. Zeitgenössische Musik von britischen Komponisten durfte nicht fehlen.

Während das Kreativangebot für Erwachsene nicht zustande kam, hatten die Kinder am Nachmittag und Abend hinreichend Gelegenheit dazu. Hunger und Durst musste niemand leiden, die eigens eingekauften Luther-Getränke war schon beizeiten vergriffen – schon vor dem Abendsegen und den Aktivitäten der Churchnight  zum Ausklang des Festes, die rund um die festlich angestrahlte Christuskirche entwickelt wurden.

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