Bürgerstammtisch kritisiert Sparmaßnahmen

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Manfred Hoh, Peter Lux und Dieter Zoppa vom Werdohler Bürgerstammtisch möchten den Brunnen auf dem Colsman-Platz erhalten.

WERDOHL ▪ Die Stadt Werdohl muss sparen – das ist auch den Mitgliedern des Werdohler Bürgerstammtischs klar. Allerdings fühlen sich dessen Mitglieder angesichts einiger Punkte des 69 Maßnahmen umfassenden Sparplans „sehr unwohl“, wie Manfred Hoh erklärt. Peter Lux betont: „Die Wohn- und Lebensqualität in unserer Stadt wird mit Füßen getreten.“

Von Carla Witt

Ganz besonders ärgern sich die Stammtischler über das Verhalten der Kommunalpolitiker und der Verwaltungsspitze: „Der Bürgermeister steht nicht zu seinem Wort, die Bürger mit einzubeziehen,“ stellt Lux fest. „Uns werden nur nackte Zahlen ohne Erklärungen präsentiert“, kritisiert Dieter Zoppa, und Manfred Hoh meint: „Wir vom Bürgerstammtisch tun viel für die Stadt, deshalb dürfen wir uns auch ein Wörtchen erlauben.“ Nach Ansicht der Werdohler hätte der Lenkungsausschuss nicht hinter verschlossen Türen tagen dürfen.

Nach dem Stammtischtreffen am Montag, haben Hoh, Zoppa und Lux gestern Morgen einige Maßnahmen benannt, die nach ihrer Ansicht „dringend noch einmal überdacht werden müssen“. Dazu gehört die Stilllegung des Brunnens auf dem Colsman-Platz. „Wir waren entsetzt“, erklärt Zoppa. Gerade hinsichtlich der Bestrebungen, Werdohl für die eigenen Bürger und Gäste attraktiver zu gestalten, dürfe der Brunnen nicht zugeschüttet und in ein Beet umgewandelt werden. „Gerade dieser Brunnen ist ein Blickpunkt“, sagt Zoppa. Es müsse quasi ein Gegenstück zum Brüninghaus-Platz am anderen Ende der Einkaufszone geschaffen werden – zumal dieser bekanntlich neu hergerichtet werde. „Außerdem denkt wohl niemand an die Folgekosten. Ein Beet muss auch gepflegt werden“, meint Lux. Zoppa schlägt vor Sponsoren – etwa ortsansässige Unternehmer – zu suchen, die den Brunnenbetrieb finanzieren.

Unter den Nägeln brennt den Stammtisch-Vertretern auch das Thema „Jahresempfang“, der ersatzlos gestrichen werden soll. Dieser habe eine ideale Möglichkeit für die Werdohler geboten, um den Kontakt mit den Kommunalpolitikern und der Verwaltung zu pflegen. „Und er war stets eine Art Aufbruchsignal“, betont Peter Lux. Anstatt den Empfang abzuschaffen, könne man den Rahmen weniger kostspielig gestalten, meinen die Stammtischler. „Es ist zum Beispiel nicht nötig, dass jeder ein Glas Bier umsonst bekommt“, sagt Lux.

Klärungsbedarf sehen die Werdohler auch bezüglich weiterer Sparmaßnahmen – zum Beispiel beim Thema „Ein-Euro-Jobber“. So müsse die Frage beantwortet werden, wer stattdessen künftig die Pflege öffentlicher Anlagen übernehmen solle.

Manfred Hoh ist zudem der Überzeugung, dass auch die Kommunalpolitiker einen Sparbeitrag leisten sollten: Er fordert eine Reduzierung der Aufwandsentschädigungen. Dieter Zoppa sieht das allerdings anders: „Wenn es für diese Aufgabe weniger Geld gibt, dann haben wir bald nur noch schlechte Kommunalpolitiker.“

Bis der Rat das Sparpaket in seiner Sitzung am Montag, 24. September, beschließt, bleibt den Kritikern nicht mehr viel Zeit. Sie hoffen deshalb auf eine baldige Reaktion der Verantwortlichen.

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