Werdohler Bürgerstammtisch trifft sich zum 500. Mal

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Wolfgang Thomzik (rechts) überreichte Manfred Hoh einen prall gefüllten Frühstückskorb als kleines Dankeschön der Stammtischrunde für dessen unermüdlichen Einsatz.

Werdohl - Der Werdohler Bürgerstammtisch ist eine Erfolgsgeschichte, denn diese Runde aus engagierten Männern und Frauen hat sich durch ihr weitreichendes, ehrenamtliches Engagement einen Namen gemacht. Der bei den regelmäßigen Treffen entwickelte Ideenreichtum und die nachhaltige Tatkraft haben deutliche Spuren hinterlassen.

Etwas mehr als zehn Jahre besteht er jetzt, und wenn man nach einem Jahrzehnt eine erste Bilanz zieht, kommt dabei heraus: Er hat viel bewegt und durch eigene finanzielle Mittel und mit Hilfe von Sponsoren auch Projekte verwirklicht, die wegen der kommunalen Finanzschwäche im Tätigkeitsfeld der Stadt ganz weit hinten angesiedelt worden wären.

Am Montagabend nun trafen sich die Mitglieder des Bürgerstammtisches zu ihrer 500. Sitzung – und zwar dort, wo alles begann: Im Busenhof – heute Mythos 24. Fünf Männer waren es, die den Grundstein für die erwähnte Erfolgsgeschichte gelegt haben, die in ihrer Art einzigartig in Werdohl ist.

Jürgen Hennemann und Dr. Hans-Joachim Hultsch hatten die Idee zu diesem Bürgerstammtisch. Manfred Hoh, Adolf Knauer und Dieter Sechtenbeck stießen hinzu. Das erste Treffen dieses Quintetts fand zwar bereits drei Monate früher als der ursprüngliche Gründungstermin statt – aber maßgeblich für das „Siegel Bürgerstammtisch“ war die erste Eintragung in das erste von mittlerweile sechs mit Fotos, Zeitungsartikeln und Unterschriften gefüllten Gästebüchern.

Schleppender Auftakt

Premiere sei am 9. Oktober 2006 bei Heidi Schwenke, der damaligen Busenhof-Wirtin, gewesen, rief Stammtischsprecher Manfred Hoh am Montagabend in Erinnerung. Die ersten vier bis fünf Treffen, so erinnerte er sich, seien eher schlecht besucht gewesen. Dann aber seien die Teilnehmerzahlen stetig angestiegen. Inzwischen kommen – seit Januar 2009 bei Brigitte Spelsberg im Versevörder Hof – montags durchschnittlich 17 Männer und Frauen zusammen, mitunter auch mehr. Bei Vorträgen sind es sogar deutlich mehr.

In geselliger Runde und guter Stimmung feierte der Werdohler Bürgerstammtisch in seiner „Geburtsstätte“ Busenhof (heute Mythos 24) sein mittlerweile 500. Treffen.

Erkennbar gewachsen ist auch die Zahl der Aktivitäten. Firmen- oder Museumsbesuche standen auf dem Programm, der Saisonstart für die Lennefontäne am 1. Mai sowieso, und hinzu kamen Diskussionen oder Filmabende. Besonders publikumsintensiv war die Diskussion zur Bürgermeister-Stichwahl im Jahr 2014. Herausragend seit Jahren: Der Kampf um die Sauberkeit in der Stadt und die Aufwertung Werdohls im Sinne des Tourismus.

Lernprozess in Gang gesetzt

Als am 22. Oktober 2007 die ersten vier Spender für Hundekotbeutel in der Innenstadt aufgestellt wurden, war das der Startschuss für einen Umdenkungsprozess in der Bevölkerung. Mittlerweile gibt es auch in Kleinhammer und Pungelscheid solche „Häufchenhelfer“. Spaziergänger oder Passanten achten deutlich intensiver darauf, ob Herrchen oder Frauchen die Hinterlassenschaften ihrer Hunde auch beseitigen. Der Bürgerstammtisch hat zweifelsfrei einen Lernprozess in Gang gesetzt. 

Und der Tourismus? Zunächst vergleichsweise kleine, aber nicht unbedeutende Beiträge haben dafür gesorgt, dass Werdohl auch auf diesem Gebiet vorankommt. Gemeinsam mit dem Alpenverein wurde dafür gesorgt, dass entlang der Altenaer Straße mehrere Kletterfelsen eingerichtet werden konnten, die sich inzwischen als Magnet für Kletterer entwickelt haben. Zudem wurde der Denkmalplatz oberhalb der Altenaer Straße wieder als Rast-, Ruhe- und Aussichtspunkt hergerichtet. Bänke, Tische und Fahrradständer wurden aufgestellt.

Es ist auch der Verdienst des Bürgerstammtisches, dass es inzwischen wieder einen Jahresempfang gibt. Die zweite Auflage war erst vor kurzem wiederum ein Erfolg.

Die Aufzählung der guten Taten konnte am Montag natürlich nicht ohne Lob bleiben. Bürgermeisterin Silvia Voßloh dankte für den hohen Einsatz der ehrenamtlich tätigen Mitbürger und würdigte deren Initiativen. Natürlich hatte sie auch Geschenke mitgebracht. Weil der Stammtisch nicht bei Facebook vertreten sei, gab’s zumindest für alle ein „Gefällt mir“ – in Gebäckform. Gemeinsam mit ihrer Mutter hatte Voßloh eine Sonderschicht eingelegt, um die Jubilare im Mythos 24 mit „Daumen hoch“-Keksen zu überraschen.

Dass ein solcher Stammtisch auch statistische Züge haben kann, belegte Wolfgang Thomzik. Die bei der Eröffnung der Treffen oder als Ermahnung zur Ruhe geläutete Glocke spielte da eine besondere Rolle. Bei 500 Zusammenkünften wurde demnach 83 Minuten lang gebimmelt. Und bei der Anfertigung der so genannten Streifenzettel errechnete er eine Gesamtlänge von 510 Metern Schnittleistung.

Das alles war jedoch nur die verbale Vorbereitung für das Hauptgericht. Für seinen unermüdlichen Einsatz überreichte Thomzik Manfred Hoh einen vornehmlich mit spanischen Spezialitäten und Getränken prall gefüllten Frühstückskorb. Danach gab’s für alle Fleischwurst mit Kartoffelsalat – finanziert durch Sponsoren.

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