Verein leider unter Folgen der Pandemie

Bürgerbus: Fast 5000 Fahrgäste weniger

Der Werdohler Bürgerbus legte 2020 coronabedingt deutlich weniger Kilometer zurück als in den Vorjahren.
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Der Werdohler Bürgerbus legte 2020 coronabedingt deutlich weniger Kilometer zurück als in den Vorjahren.

„Wir sind plus/minus null gefahren“, bilanzierte Eint Meyer, Vorsitzender des Werdohler Bürgerbus-Vereins bei der Jahreshauptversammlung in der Gaststätte Zum Spiegel.

Diese Bilanz wertete Meyer als Erfolg, schließlich habe auch der Bürgerbus-Verein 2020 unter der Corona-Pandemie zu leiden gehabt.

„Wir sind von März bis Juni 2020 gar nicht gefahren“, erinnerte Meyer. Folglich seien nur 28 695 Kilometer zurückgelegt worden – ein Minus von 9 415 Kilometern. Befördert worden seien lediglich 8 878 Personen, was einem Rückgang von 4960 entspricht. Getankt worden seien mehr als 3500 Liter Diesel. Rund die Hälfte der Mitfahrer seien Kinder gewesen. Nicht zuletzt deswegen habe der Bürgerbus-Verein im Vorjahr die Weki-Auszeichnung (Werdohler Kinderpreis) erhalten.

Bürgermeister lobt die ehrenamtlichen Fahrer

Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD), der an der Versammlung teilnahm, bestätigte die coronabedingte Zurückhaltung der Stammkunden des Bürgerbusses: „Meine Mutter ist 91 Jahre alt und vor der Pandemie hat sie den Bus regelmäßig genutzt.“ Nun aber gehe sie seltener vor die Tür. Zur Ehrung mit dem Werdohler Kinderpreis befand das Stadtoberhaupt: „Den Preis habt Ihr mehr als verdient.“

Machen im Vorstand des Bürgerbus-Vereins für weitere zwei Jahre weiter: (von links) Fahrersprecher Harald Patent, Geschäfts- und Schriftführerin Nicole Elhaus und Vorsitzender Eint Meyer.

Späinghaus lobte die anwesenden Bürgerbus-Fahrer: „Was Ihr macht, ist außergewöhnlich.“ Er begründete diese Einschätzung: „Bei den Verkehrsproblemen in Werdohl, die es ja auch schon vor den Flutereignissen gab, ist das Einhalten eines Fahrplans eine ganz spezielle Herausforderung.“

Bus wird jedes Jahr überprüft

Das aktuell in Betrieb befindliche Fahrzeug des Bürgerbus-Vereins sei 2017 angeschafft worden, berichtete im Anschluss Fahrzeugwart Erwin Betten. Er sagte, dass der Werdohler Bürgerbus seither bereits knapp 128 000 Kilometer zurückgelegt habe. Sein Zustand werde jährlich vom Technischen Überwachungsverein (TÜV) und dazu – ebenfalls in jährlichen Abständen – von der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) überprüft.

Kassenwart Wilfried Arlt berichtete über die Finanzen des Vereins und bestätigte die Worte des Vorsitzenden, der Verein habe 2020 eine schwarze Null eingefahren. Eint Meyer rief noch eindringlich dazu auf, weitere – vor allem jüngere – ehrenamtliche Fahrer zu gewinnen. „Viele von uns sind in ihren 70ern“, verriet er vermutlich kein Geheimnis. Bürgermeister Späinghaus wurde daraufhin Vereinsmitglied, unterstrich jedoch sofort, dass er während seiner Amtszeit kein Fahrer sein könne.

Bewährtes Vorstandsteam macht weiter

Der 2. Vorsitzende Roger Elhaus verkündete im Rahmen der Jahreshauptversammlung, dass Martin Rützler und Eint Meyer 2020 die meisten Einsätze als Fahrer des Bürgerbusses geleistet hätten. Allein Meyer habe 46 Mal am Steuer gesessen.

Bei den abschließenden Vorstandswahlen wurden der Vorsitzende Eint Meyer, die Geschäfts- und Schriftführerin Nicole Elhaus sowie der Fahrersprecher Harald Patent für weitere zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt.

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