Die Quittung bekommt er jetzt

Nur Ärger nach Online-Kauf: Mann aus MK bestellt „Bruce Willis“

Bruce Willis
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Bruce Willis ist einer der bekanntesten Schauspieler Hollywoods. 

Bruce Willis ist einer der bekanntesten Schauspieler Hollywoods. Ein Mann aus dem MK bestellte jetzt ein Produkt mit diesem Namen, doch dann entschied er sich anders.

Werdohl/Altena – Manchmal hilft das Gefängnis bei der Beschaffung eines Alibis: Am 31. Oktober 2019 sei er in der Justizvollzugsanstalt Attendorn gewesen, versicherte ein 59-jähriger Werdohler im Amtsgericht Altena.

Da sein Handy schon bei seiner Ankunft im Tresor der Haftanstalt eingeschlossen wurde, habe er gar keine Gelegenheit gehabt, damit ein „Trendy Handy“ im Wert von 220 Euro zu bestellen und nicht zu bezahlen. 

Das war dem Angeklagten nicht zu widerlegen, und so blieb nur der Vorwurf eines weiteren Betruges übrig: Zwei Monate früher hatte er – noch in Freiheit und zuhause in Werdohl – den Männerduft „Bruce Willis“ und zwei Frauendüfte im Wert von knapp 114 Euro über das Internet-Portal „Health and Beauty“ bestellt. Auch diese Ware wurde nie bezahlt. Ungewöhnlich muteten Umstände und Anlass der Bestellung der Frauendüfte an: Die Duftwässer seien zwar für seine damalige Freundin bestimmt gewesen. Gleichzeitig habe er aber auf eine Bezahlung durch die ebenfalls vorhandene Frau an seiner Seite gesetzt: „Ich hatte Hoffnung auf Geld, das mir eine Woche später zur Verfügung gestellt würde – von meiner Lebensgefährtin zum Beispiel.“ 

Das Ganze war eine "dumme Idee"

Richter Dirk Reckschmidt erbat eine nochmalige Bestätigung: „Sie haben bestellt, ohne zu wissen, wie Sie das bezahlen sollen?“ Der 59-Jährige musste einräumen, dass das Ganze „eine dumme Idee“ war. Bestätigt war somit der Betrug, denn der setzt voraus, dass man zum Zeitpunkt einer Bestellung schon wissen müsste, dass man die bestellte Ware nicht wird bezahlen können. Und so endete der kleine Ausflug aus dem Knast mit einer Verurteilung zu einer viermonatigen Haftstrafe, die sich an die derzeit vollstreckte Strafe anschließen wird. 

Denn der Angeklagte war seit 1994 immer wieder wegen Betrugstaten verurteilt worden, bis diese nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt wurden. Der aktuelle Aufenthalt in Attendorn ging auf ein Urteil vom November 2018 zurück, das den Angeklagten wegen Untreue in zwölf und Betrug in neun Fällen zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verdonnert hatte. Das Ende dieser Haftzeit lag noch in relativer Ferne – im Dezember 2021. Richter Reckschmidt fragte den Angeklagten zur Begrüßung nach dessen Plänen: „Wollen Sie einen Endstrafentermin machen?“ – also bis zum Ende ohne vorzeitige Entlassung bleiben. 

In psychologischer Betreuung

Der Angeklagte, der überhaupt geistig recht beweglich schien, klärte prompt die Machtverhältnisse: „Das entscheide ich nicht alleine!“ Und offenbar kann er noch ein bisschen Zeit gut gebrauchen: „Ich befinde mich in psychologischer Betreuung, wegen dessen, weshalb ich hier bin.“ Er brauche jemanden, der auf ihn aufpasst, bis er kapiert habe, dass es so nicht geht. 

Recht froh war er vor allem darüber, dass das Verfahren wegen des angeblich von ihm bestellten Handys eingestellt wurde: Das erspare ihm ein Leben mit dem „Damoklesschwert der Verurteilung im Vollzug“. Denn das Handy sollte – laut Anklage – ja erst nach dem Strafantritt in Attendorn bestellt worden sein. Und so etwas zählt offenbar sehr bei der Ausgestaltung des Häftlingsalltags im Knast.

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