Werdohler belästigt Kollegin: Bewährungsstrafe nach Pograbscher

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Werdohl - Der neue Paragraf 184i des Strafgesetzbuches war ziemlich genau ein Jahr in Kraft, als ein 34-jähriger Werdohler am 9. November 2017 seine Hände auf das Gesäß einer schuftenden Arbeitskollegin legte.

Im Amtsgericht Altena erinnerte er sich an ihre Frage „Was machst du da?“. Die Antwort lautete: „Ist doch nur Spaß.“ Das sah die 20-Jährige allerdings deutlich anders. „Solchen Spaß kannst du mit mir nicht machen“, sagte die junge Frau – und ging zur Polizei. 

Gesetz nach Ereignissen in Köln geändert

 Früher hätte der Grabscher dafür vielleicht eine spontane Ohrfeige kassiert, aber die Zeiten ändern sich. Die Grundlage für die Strafanzeige lieferte jene Gesetzesänderung, die nach den Kölner Ereignissen der Silvesternacht 2015/16 auf den Weg gebracht worden war. Im Paragraf 184i heißt es nun: „Wer eine andere Person in sexuell bestimmter Weise körperlich berührt und dadurch belästigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn nicht die Tat in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.“ 

Warum der 34-Jährige überhaupt in der Firma war, blieb undurchsichtig: Er hatte Urlaub und war „total breit und besoffen“. Angeblich konnte er sich deshalb nicht mehr an den Vorfall erinnern. „Ich baue ja viel Mist, aber so etwas eigentlich weniger“, versicherte er und fasste sein Jahr 2017 zusammen: „Das letzte Jahr war ganz schlimm.“ Nach dem Vorfall hatte er eine Abmahnung und die Kündigung bekommen. 

Taxifahrer um Geld geprellt 

Anfang 2018 war die Lage offenbar noch nicht sehr viel besser, denn am 8. Februar fuhr er kurz nach Mitternacht mit einem Taxi von Iserlohn nach Werdohl und verschwand unter dem Vorwand, Geld holen zu müssen, in seiner Wohnung. Daran konnte er sich auch noch erinnern: „Ich gebe das Ganze voll und ganz zu.“ 

Für diesen Betrug gab es letztlich drei Monate Haft auf Bewährung. Für die sexuelle Belästigung kamen vier Monate hinzu, was in der juristischen Summe fünf Monate auf Bewährung ergab. Dazu kamen 100 Sozialstunden. 

Richter Dirk Reckschmidt ging in seinem Urteil noch über den Strafantrag der Amtsanwältin hinaus. Dass es nicht mehr bei einer Geldstrafe blieb, lag vor allem an den Vorstrafen des Angeklagten: Die letzte Geldstrafe hatte er im Jahr 2017 bekommen, weil er Polizeibeamte mit dem üblichen Repertoire an Schimpfwörtern beleidigt hatte.

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