Werdohler Bahnhof: Halbe Million teurer

WERDOHL ▪ Die Sanierung des Bahnhofes wird um rund eine halbe Million Euro teurer als zu Baubeginn geplant. Die Gesamtkosten steigen von den zuletzt berechneten 2,4 Millionen auf annähernd drei Millionen Euro.

Zur Kostendeckung hat Bürgermeister Griebsch gestern Abend in nicht öffentlicher Sitzung den Politikern des Hauptausschusses vorgeschlagen, Projekte in Ütterlingsen aufzugeben. Nicht gefährdet seien die Ausgestaltung des Schulhofes und die Errichtung der quartiersbezogenen Freizeitfläche, war zu hören. Hier sind zum Teil schon Ausschreibungen erfolgt. Auf der Streichliste stehen wohl andere Projekte in Ütterlingsen: Die Einrichtung eines Parkes, Abrissmaßnahmen der Wohnungsgesellschaft und der Bau eines Migranten-Altersheimes.

Während Friedrich Mentzel von der Initiative „Erhaltet den Werdohler Bahnhof“ gestern nur von Mehrkosten von 55 000 Euro ausging – für die er die Firmen Menshen und Vossloh um Unterstützung gebeten hatte – herrscht seit dem Wochenende in der Werdohler Kommunalpolitik helle Aufregung. Mehrkosten von fast einer halben Million Euro Steuergelder beim Bahnhof den Bürgerinnen und Bürgern zu verkaufen, wird schwerfallen.

Noch im März berichtete unsere Zeitung darüber, dass der Kostenrahmen von damals 2,3 Millionen nicht zu halten sein werde. Peter Erwig vom Fachbereich Bauen rechnete vor, dass etwa 55 000 Euro Mehrkosten durch unvorhersehbare Baukosten entstanden waren. Mit weiteren 100 000 Euro rechnete er die allgemeine Baukostensteigerung in den zurückliegenden drei Jahren seit Planungsbeginn vor. Erwig hatte damals eingeräumt, dass die Verwaltung an die Sanierung „etwas zu blauäugig“ herangegangen wäre. Eigentlich hätte es einer Finanzierungsreserve von 15 Prozent bedurft, dann wäre ein Kostenrahmen von 2,7 Millionen Euro erreicht worden. Real werden es nach neuesten Informationen wohl eher drei Millionen Euro sein.

Schon im März hatte es Nachfragen seitens der Politik bezüglich der Kostensteigerung gegeben. Zu keinem Zeitpunkt, hieß es damals in öffentlicher Sitzung, sei die Politik rechtzeitig informiert worden.

In einer detaillierten Vorlage hatte Bürgermeister Siegfried Griebsch erstmals gestern Abend den Hauptausschuss über die Zahlen unterrichtet. ▪ heyn

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