Im Werdohler Bahnhof geht’s voran

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Wilfried Arlt (links) und sein Kollege Stefan Groß sind guter Dinge, dass der Werdohler Bahnhof im kommenden Herbst neu eröffnet werden kann. J

WERDOHL ▪ Haufenweise Bauschutt liegt im Inneren des Werdohler Bahnhofsgebäudes. Bretter sind vor einige Fenster genagelt. Doch Stefan Groß, verantwortlich für den Stadtumbau West bei der Stadt Werdohl, und Stadtplaner Wilfried Arlt sind guter Dinge. Im kommenden Herbst soll das sanierte Gebäude eröffnet werden. „Ich sehe mich schon bei der ersten Kulturveranstaltung mit einem Gläschen Sekt auf der Empore sitzen“, sagt Arlt.

Das Dach ist schon fast fertig. Einige Kleinigkeiten wie Regenwasserfallrohre fehlen noch. „Die Handwerker haben den Unterputz an der Fassade schon angebracht. Derzeit sind sie mit dem Voranstrich beschäftigt“, sagt Stefan Groß.

Der 30-Jährige ist seit August in Diensten der Stadt Werdohl und tritt im Januar 2012 die Nachfolge von Arlt an, der dann in den Ruhestand geht.

Auch der Natursteinsockel und die Sandsteinelemente, die die Fassade zieren, erstrahlen schon wieder in neuem Glanz.

„Wir werden kurzfristig eine Videoüberwachung am Bahnhofsgebäude anbringen, um Vandalismusschäden vorzubeugen“, sagt Arlt. Schließlich stünden die Außenarbeiten kurz vor dem Abschluss. Welche Teile der Fassade von den Kameras erfasst werden sollen steht noch nicht fest. Zum genauen Prozedere können Groß und Arlt derzeit noch keine Angaben machen, da interne Abstimmungsgespräche noch ausstünden.

Im kommenden Frühjahr soll es dann im Inneren des Gebäudes weitergehen. Die beiden Themenfenster in der Bahnhofshalle wurden schon erneuert. Eine Wand muss in dem zukünftigen multifunktionalen Raum, in den das Bistro der Bäckerei Grote untergebracht sein soll, noch herausgebrochen werden. Auch das Kleine Kulturforum wird die Halle mit den rund 80 Sitzplätzen für Veranstaltungen nutzen.

Gespräche mit dem Bäcker und dem Vorstand des Kleinen Kulturforums seien geplant. Ungeklärte Fragen, wie die von Mitgliedern des Kulturforums befürchteten Geräuschbelästigungen bei Veranstaltungen durch den Betrieb des Bistros und den Zugverkehr sollen dann geklärt werden, so Arlt. „Es ist und bleibt ein Bahnhofsgebäude und deshalb sind gewisse Einschränkungen durch den Zugverkehr, wie beispielsweise Vibration, nun mal unvermeidlich“, sagt Groß.

Auch im Bahnhofsanbau wartet noch einiges an Arbeit auf die Handwerker. Im Keller soll im kommenden Herbst das Stadtarchiv eine neue Bleibe finden. „In das Erdgeschoss ziehen eine Touristeninformation und ein Geldauszahlungsautomat der Sparkasse ein. Die Räume im Obergeschoss des Hauptgebäudes sind für das Stadtmuseum und das Kleine Kulturforum reserviert. Im Dachgeschoss können sich die Bahnmitarbeiter in einem neuen Pausenraum aufhalten.

Die beiden Fenster in den Räumen der Kinderkunstwerkstatt sind ebenfalls schon eingebaut. „Schließlich brauchen die Jungen und Mädchen zum Zeichnen und Malen genügend Sonnenlicht“, sagt Arlt und fügt hinzu: In dem gesamten Gebäudekomplex entstehen etwa 1900 Quadratmeter nutzbare Fläche.

2,4 Millionen Euro kostet der Umbau. 1,2 Millionen Euro finanzieren Land und Bund im Rahmen des Stadtumbaus West. Die übrigen 1,2 Millionen tragen die Stadt, Privatnutzer wie die Wohnungsgesellschaft Werdohl – diese zieht in den rechten Teil, wo einst die Spielhalle und die Gaststätte untergebracht waren – und die Bäckerei Grote.

Zudem hoffen Arlt und Groß von der Stadt Werdohl auf weitere Drittmittel beispielsweise durch private Spenden.

Von Ute Wesselmann

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