Backen wie damals: Bäckermeister Deitmerg lässt neuen Holzofen bauen

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Eine Schablone aus Stützhölzern und einer Spanplatte zeigt das neue Kreuzgewölbe des Holzofens an. Doch bevor es am 1. Februar wieder losgehen kann, muss zunächst auf kleiner Flamme geheizt werden, um die neu verbauten Steine zu trocknen.

Werdohl - Neun Jahre hat er gehalten: gemeint ist der traditionelle Holzofen von Hubert Deitmerg aus Lengelsen. Doch nachdem das Gewölbe einzustürzen drohte, hat der Bäckermeister kurzerhand den Betrieb „kalkuliert und in der Winterpause“ stillgelegt, um gemeinsam mit Gerd Zepp einen neuen Backofen zu bauen.

Noch bevor Hubert Deitmerg damit beginnt, über die Konstruktion des neuen Arbeitsgeräts zu sprechen, entschuldigt er sich dafür, dass er den Betrieb noch bis zum 1. Februar unterbrechen muss. Aber ohne eine dreiwöchige Anheiz-Phase, in der sozusagen auf kleiner Flamme das Wasser aus den verbauten Steinen gezogen wird, könne der Backofen nicht genutzt werden. Wäre die Temperatur in dieser Zeit höher als 100 Grad, würde das siedende Wasser zu Rissen im Mauerwerk führen. 

Im Gegensatz zum bisher genutzten Ofen setzt Hubert Deitmerg nun auf ein Kreuz- anstelle eines Tunnelgewölbes („Dies hat mit der Ofenbauer so empfohlen“). Der Vorteil: Die Steine stützen sich gegenseitig. 

Noch ist die spätere Form lediglich durch eine Schablone aus Stützhölzern und einer Spanplatte angezeigt. Für den Aufbau ist Gerd Zepp zuständig. Der aus der Eifel stammende Ofenbauer beherrscht das traditionelle Handwerk aus dem Effeff und steht vor der Aufgabe, aus einem bestehenden Ofen etwas Neues zu machen. 

Ofenbauer Gerd Zepp ist extra aus der Eifel nach Werdohl angereist, um den neuen Holzofen von Bäckermeister Hubert Deitmerg zu bauen.

Um ein „komplett neues Gewölbe zu ziehen“ müssen neben einer Tonne Mörtel und vier Quadratmeter Tuffstein noch 700 Schamott- und 300 Ziegelsteine an die richtige Stelle gesetzt werden. An den Außenseiten federn jeweils 37 Zentimeter dicke Blendwände den Druck des Ofens ab. „Die geschmiedeten Eisenwände konnten wir übrigens komplett erhalten“, freut sich der Bäckermeister. 

Um das Feuer auf die benötigten 600 Grad anzuheizen, setzt Deitmerg auf unbehandeltes, trockenes Buchenholz, das er selbst schlägt, verarbeitet und für drei Jahre auf dem Hof einlagert. 

Nach der Winterpause wird das Holzofenbrot, wie es früher gebacken wurde, wieder ausgeliefert: „aus guten Zutaten, mit viel Zeit und von erfahrender Bäckerhand“ gefertigt, wie Hubert Deitmerg betont.

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