Werdohler SPD ärgert sich über Hollstein

Symbolbild

WERDOHL ▪ „Wir haben zehn Jahre keinen Erfolg gehabt, an der Vermarktung des interkommunalen Gewerbeparks Rosmart muss sich etwas ändern.“ SPD-Fraktionsvorsitzender Cornelius Böttcher ist verärgert über die schroffe Ablehnung der Werdohler Ideen durch den Altenaer Bürgermeister und Rosmart-Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Andreas Hollstein.

In einer gemeinsamen Sitzung der Räte der drei Betreiber-Städte Lüdenscheid, Altena und Werdohl am Donnerstag waren alle Kommunalpolitiker über den Stand der Dinge informiert worden (wir berichteten bereits). Cornelius Böttcher beurteilte diesen Teil der Veranstaltung als „vollkommen wertfrei“. Berichtet hatten die beiden Geschäftsführer Edgar Weinert (Lüdenscheid) und Uwe Krischer (Altena), Bernd Mitschke aus Werdohl war wegen Krankheit verhindert. Der Vortrag sei sehr qualifiziert und umfassend gewesen, so Böttcher.

Der Werdohler Rat hatte im Dezember auf Antrag von SPD und FDP einstimmig beschlossen, auf eine Änderung in der Geschäftsführung der Rosmart GmbH hinzuwirken. Die Werdohler WBG hatte sich die Forderung nach einer professionellen Geschäftsführung ebenfalls zu eigen gemacht, die CDU hatte dieses Votum unterstützt. Dieser Auffassung hatte sich jüngst noch die Lüdenscheider SPD angeschlossen, die dies als Vorschlag bei dem nicht beschlussfähigen Räte-Treff am Donnerstag vortrug.

„Dr. Hollstein hat diese ‘Einmischung’ der Stadt Werdohl als negativ betrachtet“, gab Böttcher seinen Eindruck aus der Sitzung wieder. Der Altenaer Bürgermeister habe sich „auf den Schlips getreten gefühlt“ angesichts des Vorschlags, eine professionelle Geschäftsführung zu etablieren – so schildert Böttcher das Gebaren von Dr. Hollstein.

Der Rat der Stadt Werdohl habe stets deutlich gemacht, in keiner Weise die Arbeit der drei Geschäftsführer zu bemängeln. Das Ergebnis – in zehn Jahren wurden nur fünf der 40 Hektar vermarktet – könne aber sicher besser aussehen. Von daher sei das Engagement Werdohls in keiner Weise als „negativ“ zu bewerten. Böttcher: „Wir können uns sehr gut vorstellen, dass die Geschäftsführung durch eine Agentur betrieben wird.“ Die Lösung sei nicht unbedingt eine einzelne Person als Geschäftsführer. Hollstein wiederum hatte den Informationsstand des Werdohler Rates zum Thema Rosmart noch vor der Sitzung am Donnerstag mit dem Begriff „Halbwissen“ belegt. Böttchers Replik am Freitag darauf: „Mein Lernzuwachs hat sich in Grenzen gehalten.“ Und konkret: „Ich sehe keine Veranlassung, meine Auffassung zu ändern.“

Die SPD werde zunächst in der Fraktion und dann gemeinsam mit der FDP in Werdohl beraten. Dann werde das Gespräch mit CDU und WBG gesucht. Am Ende werde eine Entscheidung stehen. Böttcher betonte, dass der Rat der Stadt den vier Werdohler Aufsichtsratsmitgliedern weisungsbefugt ist. Obwohl die Geschäftsanteile der drei Städte unterschiedlich sind und Werdohl den geringsten Teil hat, haben alle Kommunen jeweils vier Aufsichtsratsmitglieder. Böttcher: „Und Dr. Hollstein als Vorsitzender hat auch nur eine Stimme.“ Wenn die Lüdenscheider SPD den dortigen Rat überzeugen könne und der Werdohler Rat eine andere Geschäftsführung fordere, müsse dies umgesetzt werden.

Fakt ist, dass die Rosmart-GmbH dieses Jahr zwingend einige Hektar vermarkten muss – sonst werden von den Städten hohe Ausgleichszahlungen fällig. ▪ Volker Heyn

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