Gläubige können jetzt in der Stadtklinik beten

Pater Irenäus, Matthias Wershoven, Siegfried Hubrich, Ali Akdeniz und Dirk Grzegorek zerschnitten das rote Band zu den beiden neu eingerichteten Gebetsräumen in der Stadtklinik.

WERDOHL ▪ Zwei individuell für Christen beziehungsweise Muslime eingerichtete Gebetsräume wurden am Dienstag in der Stadtklinik eingeweiht. Nachdem die Werdohler SPD vor eineinhalb Jahren die Anregung zu einem Raum gegeben hatte, zeigte sich jedoch, dass die Vorstellung beider Seiten nicht zueinander zu führen waren. Von Michael Koll

„Ein interregligiöses Gebet gibt es meiner Ansicht nach nicht“, erläuterte der evangelische Pfarrer Dirk Grzegorek. „Man sollte sich gegenseitig aber auch ernst nehmen und nichts verwässern.“

Und so stehen im christlichen Raum auf der vierten Etage des Werdohler Krankenhauses sechs Stühle für Gläubige bereit. Auf dem kleinen Schränkchen liegen zwei Bibeln und ein aus Ästen gebildetes großes Holzkreuz verdeutlicht die Bestimmung des Raums. Die Wände sind in einem leuchten Grün gestrichen. Auf dem Fußboden liegt ein kleiner, grau-schwarzer Teppich.

Nebenan dominiert ein raum-greifender Teppich in kräftigem Rot den muslimischen Raum. In der Ecke stehen zwei Stühle und ein kleiner Tisch. An der Wand hängen ein Gemälde, welches blühende Sonnenblumen zeigt, und ein Kalender. Letzterer listet die Gebetszeiten auf – Muslime beten fünfmal täglich – und beinhaltet Sinnsprüche für jeden Tag.

„Es ist wunderbar“, sagt Ali Akdeniz für die muslimischen Vertreter bei der Eröffnung der beiden Räume, „dass wir nun einen Ort in der Stadtklinik haben, wo wir Stille finden können.“

Siegfried Hubrich von der Stadtklinik erläuterte: „Die Räume sind nicht verschlossen und rund um die Uhr für Jedermann zugänglich.“ Somit sind sie auch etwa geeignet für Trost suchende Angehörige.

Anfragen nach einem derartigen Raum habe es in der Vergangenheit, so Hubrich, gelegentlich bereits gegeben. „Wir hatten auch einen Abschiedsraum. Doch der war bis an die Decke gefliest, hatte nicht den notwendigen Flair.“

Die beiden Räume hätten nun bewusst nicht „den Charakter eines Patientenzimmers“. Eins sei jedoch nicht möglich: Wegen der Rauchmelder dürften keine Kerzen entzündet werden. Auch Wunsch jedoch, so erklären Pfarrer Grzegorek und Pater Irenäus, kämen sie auch in die Stadtklinik, um gemeinsam mit Patienten zu beten.

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