Waghalsiges Überholmanöver endet vor Gericht

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Vor Gericht landete ein Werdohler wegen seiner Fahrweise.

Werdohl – Überholt, ausgebremst, beleidigt: Dafür muss ein Werdohler nun zahlen. Zudem geht's um eine Spuckattacke.

Wer von der Höhenstraße kommend den Nordheller Weg hinabfährt, muss bremsen, um nicht erheblich zu schnell zu werden. Es ist deshalb schwer nachvollziehbar, dass sich der Fahrer eines schwarzen BMW am 24. September 2018 derart über die „langsame Fahrweise“ seines Vordermanns aufregte, dass er ihn überholte und ihn anschließend dann ausbremste. 

So jedenfalls schilderte es die Anklageschrift im Amtsgericht Altena, die dem 33-jährigen Werdohler außerdem Beleidigung vorwarf. Denn kurz darauf hatten sich die Insassen beider Autos an der Friedrichstraße getroffen. 

Dabei soll der Angeklagte der Beifahrerin des von ihm ausgebremsten Autos ins Gesicht gespuckt haben. „Wir haben uns hoch geredet“, gab der Angeklagte zu. Aber: „Gespuckt habe ich nicht.“ Und überhaupt: Wenn der Fahrer ihn nicht provoziert hätte, wäre vermutlich gar nichts passiert, fügte er an. 

Richter Dirk Reckschmidt setzte stärker auf eine Entschädigung für die Zeugin als eine förmliche Strafe für den Angeklagten. Dem Angeklagten taten die 1500 Euro Schmerzensgeld für die Zeugin dennoch weh, und es entspann sich eine längere Diskussion über die Grenze der monatlichen finanziellen Belastung des BMW-Fahrers. 

Letztlich konnte der 33-Jährige mit einer voraussichtlichen Einstellung des Verfahrens gegen die Zahlung des Schmerzensgelds zufrieden sein. Wäre die Zeugin im Dienst gewesen, hätte er sich einer Anklage wegen tätlichen Angriffs gegen einen Vollstreckungsbeamten gegen übergesehen. Denn was der Werdohler zum Zeitpunkt der Auseinandersetzung nicht wusste: Die Beifahrerin ist Polizistin. Doch sie war privat mit ihrem Mann unterwegs.

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