Nach langer Diskussion

Werdohl trifft Entscheidung über Rosmart-Erweiterung

Gegner einer Erweiterung des Gewerbeparks Rosmart haben die Werdohler Ratsmitglieder am Montagabend auf ihrem Weg in ihre Sitzung ihrer ablehenden Haltung konfrontiert.
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Gegner einer Erweiterung des Gewerbeparks Rosmart haben die Werdohler Ratsmitglieder am Montagabend auf ihrem Weg in ihre Sitzung ihrer ablehenden Haltung konfrontiert.

Nach einer fast zwei Jahre währenden Diskussion in den politischen Gremien hat der Rat der Stadt Werdohl am Montagabend eine Entscheidung über die Erweiterung des interkommunalen Gewerbeparks Rosmart getroffen. Zuvor hatten Gegner des Projekts noch einmal demonstriert.

Werdohl ‒ Erwartungsgemäß hat der Werdohler Rat am Montagabend beschlossen, sich aus dem Projekt Rosmart 2.0 zu verabschieden. Die Mehrheit für den Ausstieg fiel allerdings kleiner aus, als das mancher im Vorfeld erwartet hatte. Daran änderte auch eine kleine Demonstration von Gegnern der Erweiterung des Gewerbeparks nichts.

Als die Ratsmitglieder zu ihrer Sitzung in den Festsaal Riesei eilten, wurden sie vor der Tür von Anwohnern und anderen Gegnern einer Erweiterung des interkommunalen Gewerbegebiets auf den Brunscheider Höhen empfangen. Deren zentrale Forderung: Die Natur solle erhalten, stattdessen lieber Industriebrachen genutzt werden. Einige der Ratsmitglieder blieben bei den Demonstranten kurz stehen, andere eilten wortlos vorbei.

So viel Bauland braucht die Wirtschaft

Die Entscheidung darüber, ob die Stadt Werdohl den gemeinsamen Weg mit Altena und Lüdenscheid weitergeht und das Gewerbegebiet im Städte-Dreieck weiter ausbaut, sollte schon wenige Minuten später in öffentlicher Sitzung fallen. Die WBG-Fraktion hatte das Thema mit einem Antrag auf einen Ausstieg Werdohls auf die Tagesordnung gehievt, SPD und FDP schon vorzeitig ihre Zustimmung signalisiert. Damit war die Entscheidung eigentlich vorhersehbar. Doch wie würde sich die CDU verhalten?

Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) versuchte zunächst mit einer Erklärung der Stadtverwaltung noch einmal die Fakten zu ordnen. Es sei nicht so, dass Werdohls Bedarf an Gewerbeflächen allein durch ein mögliches neues Gewerbegebiet auf dem Gelände des noch abzureißenden Kraftwerks Elverlingsen gedeckt werden könne, stellte er klar. Werdohl brauche in den nächsten 20 Jahren auch ohne Elverlingsen etwa 32 Hektar neues Bauland für Gewerbe und Industrie. Der Bedarf könne rechnerisch also nur bei Entwicklung weiterer Gewerbegebiete und zusätzlich mit Rosmart 2.0 gedeckt werden.

Klare Meinung des Bürgermeisters

Das waren Zahlen, die der zuständige Abteilungsleiter Thomas Schroeder für die Ratssitzung zusammengestellt hatte. Für Bürgermeister Späinghaus schienen nicht relevant genug zu sein, um den Rat aufzurufen, einen Rosmart-Ausstieg abzulehnen. Auch den Hinweis, dass es angeraten sei, zumindest den ersten Ausbauabschnitt von Rosmart 2.0 noch mitzutragen, wischte Späinghaus vom Tisch. „Ich werde den Weg nicht weitergehen“, sagte er und sprach sich damit klar für einen Ausstieg aus.

Endlich klare Verhältlnisse wollte auch WBG-Fraktionschef Thorsten Hänel. „Wir müssen doch jetzt nicht mehr lange diskutieren. Die Diskussion läuft doch schon seit fast zwei Jahren. Wir wollen jetzt aussteigen“, wollte er keine Argumente gegen den Antrag seiner Fraktion mehr hören.

CDU warnt: Falscher Zeitpunkt

Den Gefallen tat ihm allerdings die CDU nicht. Deren Fraktionschef Stefan Ohrmann erinnerte daran, dass die Stadt verpflichtet sei, Gewerbeflächen vorzuhalten und hob damit indirekt die Bedeutung der von der Verwaltung errechneten Zahlen hervor. Der Ausstieg aus Rosmart 2.0 sei zumindest zum jetzigen Zeitpunkt falsch, meinte Ohrmann. Die CDU habe bereits im Kommunalwahlkampf im vergangenen Sommer betont, dass ein Abtragen der Bergkuppe auf Rosmart ein Einschnitt in die Landschaft wäre, den auch sie nicht mittragen würde. So weit sei es allerdings noch lange nicht. „Die Werdohler Flächen sind doch noch gar nicht betroffen“, sagte Ohrmann und sprach sich damit dafür aus, zumindest jetzt noch nicht aus der Vereinbarung mit Altena und Lüdenscheid auszusteigen.

Allerdings schien der CDU-Fraktionschef zu wissen, dass seine Worte bei WBG, SPD und FDP auf taube Ohren stoßen würden, Deshalb skizzierte er noch einmal die Folgen, die ein Ausstieg aus Rosmart 2.0 in seinen Augen für Werdohl haben könnte: einen eklatanten Mangel an Gewerbebauflächen. „Ich hoffe nur, dass nach einem Ausstieg das Gewerbegebiet Elverlingsen zur Verfügung stehen wird“, sagte er.

Am Ende entschied der Rat gegen die Stimmen der CDU-Fraktion für den Ausstieg.

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