Traumberuf Landwirtin: Tochter übernimmt Hof Knoche

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Die Tiernärrin will in nicht allzu ferner Zukunft den Hof ihrer Eltern übernehmen – und dann weiterhin Streicheleinheiten an wenige Tage alte Kälbchen verteilen.

Werdohl - Beruflich etwas anderes zu machen, kam für Landwirtin Daniela Knoche nie in Frage. In ein, zwei Jahren will sie den Bauernhof ihrer Eltern auf der Ludemert übernehmen. Darauf hat die 31-Jährige schon immer, und vor allem seit dem Abitur, hingearbeitet.  

Jeden Morgen gegen 6.15 Uhr – natürlich auch an den Wochenenden – beginnt sie zusammen mit ihrem Vater Fritz mit der Arbeit auf dem Hof. Dann warten gut 50 Kühe darauf, gemolken zu werden. Danach wird gefüttert. Daniela und Fritz Knoche versorgen die Kuhherde und weitere hundert Jungtiere mit Maissilage, einem Kraftfutter. Neben den Kühen leben auf dem Hof auch Ziegen, Schafe und Kaninchen, die versorgt werden wollen.

Im Sommer treiben die Landwirte die Tiere dann auf die Weiden, bringen ihnen frisches Wasser, halten die Zäune und den Hof in Schuss. „Es ist schön, dass man direkt bei der Arbeit ist“, sagt die Landwirtin, die schon auf dem Hof aufgewachsen ist und nur für einzelne Stationen ihrer Ausbildung zwischenzeitlich weggezogen war.

Das Abitur bestand sie als 18-Jährige am Bergstadt-Gymnasium in Lüdenscheid. Dann begann sie ihre Ausbildung zur Landwirtin in dem elterlichen Betrieb. Das zweite Lehrjahr verbrachte Daniela Knoche schließlich auf einem Bio-Betrieb in Lünen. Dort lag der Fokus auf dem Ackerbau. Bei unzähligen Treckerfahrten half Knoche bei der Bewirtschaftung von 150 Hektar Land. „Wir haben Gemüse angebaut. Hauptsächlich Möhren, Spargel und Kartoffeln. Da habe ich auch sehr viel gelernt“, erinnert sie sich, „aber mit Tieren kann ich einfach besser.“ Nicht zuletzt deshalb zog es sie immer wieder nach Hause.

Nach der auf zwei Lehrjahre verkürzten Ausbildung setzte die Landwirtin noch ein Studium der Agrarwirtschaft in Soest obendrauf – „Und ist jetzt sozusagen überqualifiziert“, stellt Vater Fritz gelegentlich scherzhaft fest.

Grund genug für Fritz Knoche, die Rente mit 63 anzupeilen. „Das werde ich – dank der Bundesregierung – nächstes Jahr einstielen. Und Daniela übernimmt dann den Betrieb.“ Dass es so kommen soll, war auch für die Tiernärrin schon immer klar. Eine gute Fügung, zumal die ältere Schwester und der jüngere Bruder beide relativ früh weg wollten und andere Berufe ergriffen haben. „Auf dem Hof darf mein Vater allerdings auch nach seiner Pensionierung noch mithelfen“, stellt sie halb tadelnd, halb lachend klar.

Vor allem der bürokratische Aufwand nehme in der Landwirtschaft wegen verschiedener Gesetze zu. „Da muss alles nachgehalten werden. Vom Düngen bis zum Tiere füttern. Noch in fünf Jahren wäre nachvollziehbar, was ein Tier heute hier auf dem Hof zu fressen bekommen hat“, veranschaulicht sie. Die einzige Arbeit, die manchmal nerven kann, sind sich Vater und Tochter einig.

Und in der Freizeit – wenn dann mal welche ansteht – trifft sich Knoche mit Freunden aus Werdohl, Lüdenscheid und Schalksmühle – oft einfach gemütlich zum Grillen auf der Ludemert.

Von Kristina Köller

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