Artgerecht füttern mit rohem Fleisch

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Tierheilpraktikerin Sina Kirchner klärte Mitglieder des Tierschutzvereins über gesunde Tiernahrung auf.

Werdohl - „Füttern Sie Ihre Katze nie mit Trockenfutter“, appellierte Sina Kirchner an ihre mehr als 20 Zuhörer. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des heimischen Tierschutzvereins am Mittwochabend in der Gaststätte Haus Werdohl hielt die Tierheilpraktikerin aus Plettenberg einen Vortrag zum Thema „Gesunde Tiernahrung“. In diesem Zuge klärte sie über so manche Mythen auf. So dürfe ein Katze zwar Milch trinken, optimal sei das aber nicht – jedenfalls nicht dauerhaft.

Was die Trockennahrung anging, klärte Kirchner auf: „Die Katze bekommt kein Durstgefühl und so kann das Verfüttern von Trockenfutter zu Nierenschäden führen.“ Diese gehörten auch zu den häufigsten Erkrankungen bei Stubentigern. Wenn also trockenes Futter ausnahmsweise verfüttert werde an eine Katze, müsse dieses unbedingt eingeweicht sein.

Zudem sei es ein weiterer Mythos, dass Trockenfutter Zahnstein bekämpfe. Das Gegenteil sei richtig: Zahnstein werde durch trockene Nahrung befödert, da es meist von der Katze direkt geschluckt und nicht gekaut werde. Das Kauen sei aber gerade ein wirksames Mittel gegen Zahnstein – ein weiterer Pluspunkt von Nassfutter.

Hunden könne zur Bekämpfung von Zanhstein – oder zur Prävention – auch ein Kauknochen gegeben werden. Der unterstütze zudem den Beschäftigungsdrang des Tieres.

Die junge Tierheilpraktikerin – die ihren Beruf mit den Worten vorstellte: „Es gibt viele Hilfsmöglichkeiten, aber leider werden die nicht ausgeschöpft“ – ging dann auf die Inhaltsstoffe von Nassfutter ein. Auf nahezu jeder Dose stehe der Passus „tierische Nebenprodukte“. Damit seien nicht-fleischliche Dinge gemeint wie bespielsweise Ohren, Haut, Nasen, Hörern, Augen und Krallen.

Das schade dem Vierpföter nicht direkt. Zu bedenken sei aber, dass eine Katze 80 bis 95 Prozent Proteine in ihrer Nahrung bräuchte. Diese seien zwar in derartigen „Nebenprodukten“ enthalten, aber eben nicht verdaulich, könnten also vom Katzenmagen nicht verarbeitet werden.

Nächstes Problem sei, dass viele Katzenfutter mit Zucker angereichert seien. Die Samtpfoten könnten zwar nichts Süßes schmecken, den Zucker aber riechen oder anderweitig wahrnehmen. Das würde das Futter für sie attraktiver machen. Aber: Sie sollten eben keinen Zucker zu sich nehmen, warnte Kirchner.

Die Tierheilpraktikerin zog ein eindeutiges Fazit aus ihrem Vortrag. Sie riet den Anwesenden – gleich, ob bei der Katze oder dem Hund – zur BARF-Ernährung. Die Abkürzung steht für „Biologisch artgerechtes rohes Futter“. Die Vorteile lägen auf der Hand: Im Futter seien weder Zucker noch Nebenprodukte und auch keine unsinnigen – weil keine Proteine beinhaltenden – Beigaben von etwa Getreide.

Werde das rohe Fleisch auch nicht kleingeschnitten, müsse das Tier gut kauen und „Kauen macht nicht nur glücklich“, wie Kirchner behauptete, es verhindere eben auch Zahnstein. Dabei sei es gar nicht schädlich, wenn nicht nur Hunde, sondern auch Katzen auf kleineren Knochen herumkauten. Die Expertin riet etwa, dem Stubentiger von Zeit zu Zeit einmal einen ungeschnittenen Putenhals zu geben.

Abschließend klärte die Plettenbergerin auf: Hunde dürfen Katzenfutter fressen, umgekehrt sei davon dringend abzuraten. Der Grund sei: Katzen produzierten kein körpereigenes Taurin, weshalb es ihrem Futter beigemengt sei. Die organische Säure fehle ihnen, wenn sie Hundefutter zu sich nähmen.

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