Lenneradweg: Günstig und schnell oder teuer und schön?

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Werdohl - Deutet sich da etwa ein Paradigmenwechsel in der Planung des Lenneradweges an? Bisher hatte die Politik in Werdohl nach einer landschaftlich reizvollen Streckenführung gesucht, um das Radeln durch das Stadtgebiet attraktiv zu gestalten. Jetzt läuft es – zumindest für den etwa 3,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen Rathaus und Kettling – wohl eher auch eine kostengünstige, dafür aber wenig ansprechende Variante hinaus.

Martin Hempel von der Abteilung Tiefbau der Stadtverwaltung berichtete in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung (Ustea) am Montagabend von einem Gespräch mit Vertretern des Landesbetriebs Straßen.NRW. Dabei seien drei mögliche Varianten erörtert worden.

Eine führt von der Goethestraße aus über die Schnapsbrücke und dann nach einem kurzen Stück über die B 229 auf die Vorthstraße und weiter entweder über die Vorthbrücke und entlang der Lenne oder über die Straße Im Ohl zum Wintersohl und schließlich zum Biwakplatz am Kettling.

Eine andere Route könnte hinter VDM und Fahrner an der Lenne entlangführen und hinter dem Lennebogen parallel zur Bahnstrecke zum Kettling verlaufen.

Die dritte Variante würde vom Rathaus aus zunächst der zweiten Variante folgen, jedoch vor dem Lennebogen, im Bereich der Menshen-Werksbrücke, wieder in Richtung B 236 schwenken, etwa 500 Meter an der Bundesstraße entlang und dann über die Gildestraße weiterführen, um den Biwakplatz zu erreichen.

Politiker sprachlos

Der Landesbetrieb, von dem sich Werdohl eine umfangreiche Förderung des Radweges erhofft, favorisiere die Variante entlang der B 236 und über die Gildestraße, berichtete Hempel, weil nur damit auch der Bereich Kettling angebunden werde. „Am realistischsten ist diese Variante mittelfristig umzusetzen“, sagte er.

Hempel erläuterte: „Straßen.NRW fördert Radwege, um die Fahrräder von der Bundesstraße zu bekommen.“ An touristischen Radwegen habe die Landesbehörde kein Interesse.

Die Ausschussmitglieder waren angesichts dieser Entwicklung einigermaßen sprachlos. Für SPD-Fraktionschef Wilhelm Jansen waren die Argumente des Landesbetriebs „nicht schlüssig“, sein Fraktionskollege Volkmar Güldner-Rademacher hielt sie für „nicht nachvollziehbar“. Auch bei den anderen Fraktionen herrschte Unverständnis vor.

Ob sie den Spatzen in der Hand wählen oder doch lieber weiter nach der Taube auf dem Dach streben – das müssen die Politiker nun wohl bald entscheiden. In der nächsten Ustea-Sitzung am 28. November wollen sie noch einmal eingehend darüber beraten und einen Beschluss fassen.

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