Der Grat wird immer schmaler: Sterbekassen leiden unter dem niedrigen Zinsniveau

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Kassiererin Beate Klose und Vorsitzender Dietmar Kaldeich konnten für das vergangene Jahr im Vergleich zu 2015 eine positivere Bilanz vorlegen, wenngleich die Entwicklung für die Zukunft keine verlässlichen Prognosen zulässt.

Werdohl - Absolut niedrige oder überhaupt keine Zinsen – das ist nicht nur ein Problem für all jene, die ihr Geld möglichst gewinnbringend anlegen wollen. Es betrifft auch Vereine wie die Begräbnisbeihilfe Kleinhammer, die im Interesse ihrer Mitglieder (aktuell 237) Sorge tragen muss, dass die eingegangenen Verpflichtungen im Blick auf das Sterbegeld eingehalten werden können.

Gegenwärtig, so berichtete Kassiererin Beate Klose während der Jahreshauptversammlung am Dienstagabend, ist aber alles im Lot.

Das war vor noch nicht allzu langer Zeit noch ganz anders. Das Berichtsjahr 2015 musste nach den Worten des Vorsitzenden Dietmar Kaldeich wegen niedriger Zinsen und der eingetretenen Sterbefälle mit einem Verlust abgeschlossen werden, wenngleich das Guthaben immer noch im unteren sechsstelligen Bereich lag. Die Bilanz am Ende des vergangenen Jahres sah hingegen völlig anders aus.

Frei gewordene Gelder mussten neu angelegt werden, und da die klassischen Geldinstitute nicht viel zu bieten hatten, wurde laut Dietmar Kaldeich eine große Summe bei einer bekannten Versicherungsgesellschaft in einem Parkdepot angelegt. Das Ergebnis präsentierte Beate Klose: Ein wenn auch nicht übermäßig hoher Gewinn im vierstelligen Bereich und verhaltener Jubel mit dem Fazit: „Der Blick auf die Entwicklung in diesem Depot macht wirklich Spaß.“ Klose zeigte sich hinsichtlich der weiteren Entwicklung zuversichtlich, ohne sich hier aber auf Prognosen einzulassen.

Wie schmal der Grat ist, auf dem sich alle Sterbekassen bewegen, hat die Aufsichtsbehörde im Regierungspräsidium Arnsberg deutlich gemacht. Dort, so Dietmar Kaldeich, werde die schwierige Lage für die Sterbekassen zwar anerkannt, doch sei das mit dem Hinweis verbunden worden, dass sich „jeder Verein den Herausforderungen durch das niedrige Zinsniveau stellen muss“.

Will heißen: Spätestens 2018 muss die Frage beantwortet werden, ob es bei dem derzeitigen Jahresbeitrag von 9,20 Euro für eine Einfachversicherung bleiben kann und wie es sich bei den Mehrfachversicherungen verhält. Die Versicherungssumme bleibt nach Eintrittsalter gestaffelt. Kinder bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres sind beitragsfrei bei den Eltern mitversichert. Das Eintrittsalter in die Sterbekasse erstreckt sich vom 16. bis 45. Lebensjahr.

Wer sich ausführlicher informieren möchte, kann sich mit dem Vorsitzenden Dietmar Kaldeich (Tel. 0 23 92/75 76) oder mit Kassiererin Beate Klose (Tel. 0 23 92/7 14 85) in Verbindung setzen.

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