VDM steht kurz vor dem Verkauf

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Der Gesamtbetriebsratsvorsitzender Gerd Bendiks (l.) und sein Vertreter Dirk Schumacher werden in der Kommission sitzen, die den Verkauf der VDM begleiten soll.

Werdohl - „Verkauf der VDM vor Abschluss?“ – Unter dieser Überschrift hat der Gesamtbetriebsrat der VDM Metals am Freitag eine Information für die gewerkschaftlich organisierten Kolleginnen und Kollegen veröffentlicht.

Auf der Internetseite der Industriegewerkschaft Metall hat der VDM-Betriebsrat unter Gerd Bendiks erklärt, dass mit der Unternehmensleitung von ThyssenKrupp eine Vereinbarung über die Modalitäten eines wohl unmittelbar bevorstehenden Verkaufs der VDM getroffen wurde.

Bei der Rückkehr der VDM von Outokumpu zu ThyssenKrupp im März vergangenen Jahres hatte der Vorstand unmissverständlich erklärt, dass die VDM auf kurze Sicht nicht im ThyssenKrupp-Konzern bleiben werde. Der Gesamtbetriebsrat hatte bereits Mitte Dezember 2014 (also vor vier Wochen) nach eigenen Angaben „Anzeichen für einen Verkauf der VDM“ erhalten. Der Gesamtbetriebsrat habe daraufhin sofort Gespräche mit dem ThyssenKrupp-Vorstand aufgenommen, um die „rechtzeitige und umfassende Beteiligung der Mitbestimmung“ für die Beschäftigten zu sichern.

Das Ergebnis dieser Verhandlungen wurde Informationen des Gesamtbetriebsrats zur Folge in einer Vereinbarung namens „Zukunft VDM“ festgeschrieben. Der Betriebsrat hat die wesentlichen Inhalte dieser Vereinbarung am Freitag in einer Mitteilung an die „Kolleginnen und Kollegen“ im Internet veröffentlicht. Der zentrale Satz wird so wiedergegeben: „Die ThyssenKrupp AG stellt sicher, dass der potentielle Käufer vor dem Erwerb mit den Arbeitnehmervertretern Gespräche über die Sicherung aller Standorte und Arbeitsplätze sowie der notwendigen Investitionen aufnimmt.“

Folgende weitere Stichworte wurden genannt: Realisierung eines Zukunftskonzeptes unter Beteiligung der Arbeitnehmer; Abschluss einer Fair-Owner-Vereinbarung mit dem potentiellen Erwerber; Erhalt aller erworbenen Rechte der Arbeitnehmer; Anerkennung aller Tarifverträge; Einkommenssicherung; Betriebszugehörigkeit; Altersversorgung. Die Mitglieder der Begleitkommission der Arbeitnehmerseite sind die Betriebsräte Gerd Bendiks, Dirk Schumacher und Ralf Springob sowie Holger Timmer und Holger Neumann von der IG Metall. Auf Seiten der Arbeitnehmer stehen in der Kommission auch ein externes Beratungsunternehmen und eine externe Juristin.

Bendiks schreibt: „Die entscheidenden Wochen für die Zukunft der VDM stehen uns bevor. Egal, wer der neue Besitzer der VDM in Zukunft sein wird, ob nun ein Finanzinvestor oder doch ein strategischer Investor, wir müssen von Anfang an klar machen, dass ein Erwerb der VDM ohne die Belange der Beschäftigten zu berücksichtigen mit uns nicht zu machen ist.“ Bendiks krempelt verbal die Ärmel hoch: „Wir sind bereit für unsere Rechte auf die Straße zu gehen und für unsere Arbeitsplätze zu kämpfen.“

135 Stellen werden per Sozialplan abgebaut

Bereits Mitte Dezember hatten sich ThyssenKrupp-Vorstand und Betriebsrat auf einen Sozialplan verständigt. Das Unternehmen teilte mit: „Bei VDM Metals sollen in den kommenden drei Jahren 135 der aktuell über 2000 Stellen abgebaut werden. Betroffen sind alle deutschen Produktionsstandorte – neben dem Unternehmenssitz Werdohl sind dies die Standorte Altena, Unna, Essen und Siegen. Nach intensiven Verhandlungen haben sich Unternehmensführung und Gesamtbetriebsrat von VDM Metals auf einen Sozialplan geeinigt.“ - Von Volker Heyn

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