Eine Krippe für die SV-Tanne

Erzieherin Hatice Akbulut und ihre Schützlinge Isatou (v. l) , Hayrican, Koray, Selin, Joulie und Hilal haben eine Krippe für die Bastelaktion des SV gestaltet.

WERDOHL ▪ Ganz vorsichtig drückt die kleine Joulie die blaue Figur der Maria auf dem Holzbrett fest. „Ich habe das Jesuskind bemalt“, erzählt Hilal stolz. Die Sprachförderkinder des Awo-Familienzentrums Sonnenschein nehmen mit einer selbst gestalteten Krippe an der Bastelaktion des SV teil. Von Ute Heinze

„Wir haben uns überlegt, wie wir die Kinder am Besten an Weihnachten heranführen. In der Sprachfördergruppe haben wir mit den Jungen und Mädchen das Buch ‘Weihnachten im Stall’ gelesen. Dabei entstand die Idee, eine Krippe zu basteln und an der Aktion teilzunehmen“, berichten die beiden Erzieherinnen Hatice Akbulut und Ute Gassner.

Joulie, Selin, Hilal, Isatou und die beiden Jungen der Gruppe, Hayrican und Koray, wissen trotz ihres Migrationshintergrundes ganz genau, was es mit Weihnachten auf sich hat. „Maria hat sich die Hände an den Tieren im Stall gewärmt. Und das Jesuskind haben Maria und Josef in die Krippe gelegt. Und die haben alle im Heu geschlafen“, berichten die Kinder im Alter zwischen fünf und sechs Jahren.

Dann holen sie die Krippenfiguren hervor. Die haben die Jungen und Mädchen mit Zeitungspapier beklebt und mit Plaka-Farbe bemalt. Im Wald haben die Sprachförderkinder Moos und Tannenzweige gesucht. Dabei ist ihnen auch ein Stein mit einer Einkerbung aufgefallen: „Das ist die Krippe“, sagt Hilal. Zwei grün bemalte Weihnachtsbäume, selbst gesammelte Zapfen, Walnussschalen und Watte werden um die Figuren herum drapiert und sorgen für winterliches Flair im Stall von Bethlehem.

Hyrican und Koray geben sich viel Mühe mit der Dekoration. Schließlich wollen sie mit der Krippe auf jeden Fall einen der drei Preise gewinnen. Was sie mit dem 100-Euro Warengutschein aus dem WK anstellen wollen, wissen sie auch schon. Handpuppe Moritz, die dem Nachwuchs spielerisch das Erlernen der deutschen Sprache ermöglichen soll, ist ein Auge abhanden gekommen. „Von dem Geld kaufen wir ein neues Auge“, schmieden die beiden Jungen Pläne. Die Vorweihnachtszeit in der Kita ist für den Nachwuchs immer eine ganz besondere Zeit. „Der Weihnachtsmann war schon da. Ich habe den draußen im Flur stampfen gehört. Dann bin ich schnell rausgerannt. Und die Bärbel hat dann einen Sack mit Geschenken gefunden“, ist Koray immer noch ganz aufgeregt.

Gemeinsam mit ihren Kindern haben die Eltern Plätzchen gebacken. „Die haben wir schon alle aufgegessen“, sagt Hilal. Auch Adventslieder und Weihnachtsgedichte haben die Sprachförderkinder in den Gruppen gelernt. Die wollen sie bei der Weihnachtsfeier ihren Eltern und den Geschwisterkindern vortragen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare