Werdohl soll zur Zeppelinstadt werden

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Am 21. September 1909 flog der dritte jemals gebaute Zeppelin (LZ 3) eine Schleife über der Fabrik von Carl Berg in Eveking.

Werdohl - Der im vergangenen Jahr in seine Heimatstadt Werdohl zurückgekehrte Kunstwissenschaftler Moritz-Adolf Trappe möchte den Zeppelin als Markenzeichen für Werdohl etablieren.

Er hat einen Arbeitskreis „Zeppelinstadt Werdohl“ gegründet und präsentiert dazu am 22. Juni in Eveking eine auf sechs Stunden begrenzte (Pop-Up) Ausstellung. 

Trappe hat zwei weitere Mitstreiter gefunden: Ralf Kronfeld aus Werdohl, bekannt als Sprecher des Bürgerstammtisches, sowie den Kölner Wolfgang Beier, der sich in Nippes mit dem Gummifabrikanten Franz Clouth und der Luftschifffahrt beschäftigt. Diese drei Männer seien der harte Kern des Arbeitskreises, der sich später zu einem Stammtisch oder gar einem Verein entwickeln soll. 

Objekte eines Werdohler Sammlers

Trappe hat Ausstellungsstücke von einem Werdohler Sammler bekommen, der aber ungenannt bleiben möchte. Dazu gibt es finanzielle und materielle Unterstützung vom Hagebaumarkt Neuenrade, von EP Schröder Werdohl und von der Werdohler Möbelwerkstatt Scholz sowie von weiteren, nicht namentlich genannten Förderern. 

Ziel der Arbeitsgemeinschaft Zeppelinstadt Werdohl sei es, die Erinnerung an Carl Berg, Alfred Colsman, Gustav Selve und die anderen großen und kleinen Namen der Werdohler Aluminiumindustrie und die Verbindung zum Luftschiffbau Zeppelin zurück in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu holen. Außerdem ist die Arbeitsgemeinschaft laut Trappe davon überzeugt, mit dem Leitthema Zeppelinstadt Werdohl ein identitätsstiftendes Thema für alle Werdohler gefunden zu haben. Trappe hat Größeres im Sinn: „Das stark emotional besetzte Thema ist als Alleinstellungsmerkmal für ein zukünftiges strategisches Marketing der Stadt Werdohl nutzbar.“ 

Bewusst keine Zusammenarbeit gesucht

Eine Zusammenarbeit mit der Marketing-Gesellschaft der Stadt oder dem Heimat- und Geschichtsverein habe er ganz bewusst nicht gesucht, so Trappe. „Wir machen hier eine ganz eigene Geschichte für Werdohl“, so Trappe. 

Die Pop-Up-Ausstellung im Erdgeschoss der ehemaligen Drahtfabrik im Gewerbepark Eveking (das letzte Gebäude auf der linken Seite in Fahrtrichtung Lüdenscheid) stehe unter der Leitfrage „Was verbindet einen Kochtopf, Alfred Colsman und Marlene Dietrich mit Werdohl?“. Trappe: „Dazu erzählen hochkarätige Ausstellungsobjekte jeweils ihre eigene Geschichte. Am Ende wird der Besucher feststellen, dass diese Geschichten zum Teil untrennbar miteinander verwoben sind. Ebenso untrennbar wie mit dem Ausstellungsort und der Stadt Werdohl selbst. Als Geburtsstätte zahlreicher Zeppelin-Luftschiffe verleiht die typische Industriearchitektur und die von Arbeit geprägte Fabrikhalle der Ausstellung die besondere authentische Note.“ 

Selve-Flugmotor aus dem Ersten Weltkrieg

 Unter den zahlreichen Objekten gebe es Schriftstücke von und an Graf Zeppelin, eine Büste von Carl Berg, ein Portrait von Hugo C. Borbeck und einen Selve-Flugmotor aus dem Ersten Weltkrieg. Die meisten der Ausstellungsstücke seien noch nie in der Öffentlichkeit gezeigt worden. Dann gebe es noch eine „geheimnisvolle“ Verbindung zu Marlene Dietrich. 

Die Ausstellung ist ausschließlich am Freitag, 22. Juni von 12 bis 18 Uhr im Gewerbepark Eveking zu sehen. Kontakt zur Arbeitsgemeinschaft Zeppelinstadt Werdohl vermittelt Moritz-Adolf Trappe, Tel. 0 23 92 / 7 49 41 00.

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