Werdohl hat sich lieb

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Heute ist Weltknuddeltag: Oma Johanna Drost und ihr Enkelkind James machen vor wie’s geht. ▪

WERDOHL ▪ Von Frühlingsgefühlen sind die meisten Sauerländer wohl noch etwas entfernt. Und doch wird am 21. Januar – wie in jedem Jahr seit 1986 – der Weltknuddeltag gefeiert. Erfunden wurde der National Hugging day in Caro, Michigan (USA), von einem Mann namens Kevin Zaborney. Er hat nach eigener Aussage absichtlich einen Tag im Winter gewählt, weil jetzt die Temperaturen eine herzliche Umarmung noch wertvoller machen.

Wie steht es in Werdohl mit dem Drücken geliebter Wesen? Der Süderländer Volksfreund hat bei stadtbekannten Menschen nachgefragt. Doch auch wenn es heißt, die Gesellschaft werde immer offenherziger, ließen sich viele heimische Persönlichkeiten ungern in die Karten schauen. Dabei konnten die Begründungen jedoch unterschiedlicher nicht sein. „Wie wichtig eine Umarmung ist, zeigt schon die Existenz dieses Tages“, hieß es einerseits. Andererseits argumentierte ein anderer: „Heutzutage gibt es so vieles, was überflüssig ist. Dieser Tag gehört dazu.“

Doch auch in Werdohl umarmen sich die Menschen. Die meisten befragten Prominenten sind gleich zum Start ins Jahr geherzt worden. So auch Burkhard Bora. Um „punkt Zwölf“ habe ihn seine Freundin geknuddelt. In seiner bescheidenen Art fügt er hinzu: „weil sie einen sehr guten Geschmack hat“. Aus Kindertagen hätte der FSV-Vorsitzende noch ein Stofftier; einen Glücksbären; der auf seiner Couch Platz gefunden habe. Seine Nichten und Neffen knuddelten ihn zudem „ständig“.

Aus dem Knuddeln nicht heraus kommt auch der Werdohler Schützenkönig Udo Müller. „Der gesamte Hofstaat knuddelt sich bei jedem Treffen – und wir treffen uns oft.“

Auch Stadtmarketing-Geschäftsführer Ingo Wöste kann sich kaum über einen Mangel an Zuwendung beklagen: Katze Loli schmiegt sich gerne auf dem Sofa an ihn an. Und: „Jeden Abend gibt es ein Gute-Nacht-Ritual mit meinen drei Kindern.“

Papa und Unternehmer Dirk Middendorf hat eine ebenso enge Bindung zum Nachwuchs: „Nach meinem Skiurlaub hatten meine Tochter und ich das Bedürfnis, uns mal so richtig lange zu drücken.“ Ein Teddy und ein Hase, zwei Kuscheltiere aus Kindertagen, stehen bei ihm im Regal: „Sie noch zu haben, gibt mir ein gutes Gefühl.“

Kirchenmusikerin Marion Jeßegus legt nicht so viel Wert auf „abgewetzte Kuscheltiere“. Sie knuddelt lieber ihren Mann: „zuletzt heute – einfach mal nur so“. Genauso geht es Andrea Brockhaus, im Rathaus zuständig für Städtepartnerschaften: „Ich habe meinen Mann erst vor 15 Minuten gedrückt – warum bleibt aber mein Geheimnis. Ziemlich viele Streicheleinheiten bekommt aber auch meine Hündin Paula.“ Und das nicht nur zum Weltknuddeltag. ▪ kol

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