FSV Werdohl: Revolution im Fußballverein

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Die erste Mannschaft der FSV spielt in der Landesliga, hier gegen Attendorn. Dass der ein oder andere Spieler auf Landesliga-Ebene Geld für seinen Auftritt bekommt, ist üblich. Auch die Honorierung von Trainern ist keine Ausnahme. Bezahlte Vorstandsarbeit hingegen ist neu.

Werdohl - Die Fußballspielvereinigung Werdohl (FSV) wird sich vollständig von den Trägervereinen TuS Jahn und DJK Westfalia lösen. Außerdem verabschiedet sich die neue FSV vom klassischen Vorstandskonzept, will ohne Vorsitzenden auskommen. Und es soll möglich sein, Vorstandsmitgliedern Aufwandentschädigungen zu zahlen.

Der aktuell auf der Homepage veröffentlichte Satzungsentwurf für eine neue FSV kommt einer kleinen Revolution des bisher traditionell geführten Fußballvereins gleich. Loslösung von den Trägervereinen, kein Vorsitzender mehr, stattdessen vier gleichberechtigte Vorstände, die Möglichkeit für eine Entgeltzahlung für Vorstandsaufgaben und die Beauftragung von bezahlten Dritten mit Leistungen für den Verein. 

Neuausrichtung aus blanker Not 

Die fundamentale Neuausrichtung geschieht offensichtlich aus blanker Not: Für den bisherigen Vorsitzenden Thomas Dinter fand sich kein Nachfolger, der Verein wird im Augenblick vom 3. Vorsitzenden Reinhard Thöne geleitet. Rüdiger Backes trat vergangenes Jahr als 2. Vorsitzender noch vor der Jahreshauptversammlung zurück, blieb aber Jugendleiter. Weitere bisherige Vorstandsmitglieder werden, wie bereits berichtet, die FSV verlassen: Schatzmeister Simon Felbick geht am Ende der Saison ebenso wie Vorstandsmitglied und Sportlicher Leiter Alexander Schmale. 

Und auch die Finanzen spielten eine Rolle: Manche Vorstandsmitglieder hatten erklärt, dass ihre Arbeit nicht mehr vollständig ehrenamtlich zu leisten sei und sie für den Aufwand ein Entgelt bräuchten. 

Beratung vom Sportbund und einem Notar

Die verbleibenden vier FSV-Verantwortlichen Gert Scheumann, Reinhard Thöne, Rüdiger Backes und Dirk Hartig haben sich lange vom Landessportbund und von einem Notar beraten lassen. Die bisher 15-seitige Satzung von 1980 wurde komplett überarbeitet und auf weniger als die Hälfte reduziert. 

Der verbliebene FSV-Vorstand teilt nun mit, dass der Entwurf der neuen Satzung fertiggestellt und vom Rechtsbeistand geprüft wurde. Vom Amtsgericht wird deshalb in den nächsten Wochen eine Zustimmung zum Satzungsentwurf erwartet. 

Das ist der Fahrplan

Der Fahrplan ist so vorgesehen: Die der Satzung untergeordnete Geschäftsordnung ist ebenfalls in Arbeit und wird laut Geschäftsführer Scheumann mit Hilfe eines Beraters des Landessportbundes auf die FSV zugeschnitten. Sobald die notarielle und amtliche Prüfung abgeschlossen ist, wird die FSV eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Der Versammlung wird die neue Satzung vorgestellt, danach soll sie verabschiedet werden. Mit der beschlossenen Satzung will der Vorstand zur regulären Jahreshauptversammlung einladen, an diesem Tag sollen die Ämter personell besetzt und die ausführliche Geschäfts- und Finanzordnung beschlossen werden. 

Der Rest-Vorstand der FSV arbeitete noch im November gemeinsam an der Zukunft des Vereins (von links): Dirk Hartig (stellvertretender Jugendleiter), Simon Felbick (Schatzmeister), Gert Scheumann (Vorstand und Geschäftsführung) und Reinhard Thöne (3. Vorsitzender als kommissarischer Vorsitzender). Felbick verlässt den Verein allerdings zum Saisonende.

Großes Pensum für Rest-Vorstand 

Bis dahin hat der Rest-Vorstand ein sehr großes Arbeitspensum hingelegt, um die FSV in eine gesicherte Zukunft zu führen. So hat es in den vergangenen Monaten gemeinsame Gespräche mit den bisherigen Trägervereinen TuS Jahn und DJK Westfalia gegeben. 

Ein Punkt sah bei Gründung der FSV 1980 vor, dass alle Mitglieder der FSV automatisch auch Mitglied in einem der beiden Trägervereine wurden. Die FSV-Mitglieder hatten dadurch die Möglichkeit, auch andere von den Trägervereinen angebotene Sportarten zu betreiben. Die Mitgliedsbeiträge der FSV wurden von den Trägervereinen eingezogen und weitergeleitet. Die FSV hatte selbst keinen direkten Zugriff auf die von den eigenen Mitgliedern zu zahlenden Beiträge, zudem ergab sich eine doppelte Mitgliederführung und entsprechende Mehrarbeit.

Verstoß der DJK-Vereinsführung

Durch einen Vorstoß der DJK-Vereinsführung Ende vergangenen Jahres sei es möglich geworden, so Scheumann gegenüber unserer Redaktion, die angestrebte vollständige Eigenständigkeit der FSV zu erreichen. In der Praxis bedeutet dies, dass die bisherige zusätzliche Mitgliedschaft bei den Trägervereinen zu einem noch festzulegenden Zeitpunkt erlischt. Listen werden nur noch geführt, um Ehrungen aussprechen zu können. 

Die wenigen FSV-Mitglieder, die bei der DJK Westfalia oder dem TuS Jahn eine weitere Sportart betreiben, müssten auf dem einen oder anderen Weg Mitglied in der FSV und in einem der ehemaligen Trägerverein werden.

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