Pungelscheider Familie dreht mit Fernsehkoch Björn Freitag

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Stefanie (40) und Marco Reck (55) wohnen mit ihren Kindern in Pungelscheid. Stefanie Reck ist gebürtige Hamburgerin und lebt seit 20 Jahren im Sauerland. Sie hat schon bei unzähligen Produktionen fürs Privatfernsehen mitgemacht. Bald zieht die Familie weg.

Werdohl - Stefanie Reck ist Profi vor der Kamera. „Allein im vergangenen Jahr habe ich für mehr als 30 TV-Produktionen gedreht – aber zumeist fürs Privatfernsehen.“ Jetzt folgte sie erstmals für eine WDR-Produktion den Anweisungen eines Regisseurs. Mit Björn Freitag, dem Koch des Bundesligisten Schalke 04, arbeitete die Werdohlerin samt ihrer Familie für das neue Format „Viel für wenig“.

Drei Wochen haben die Dreharbeiten in Anspruch genommen. Es wurde bei der Familie in Pungelscheid gedreht, beim Einkaufen in einem Werdohler Supermarkt, auf dem Wochenmarkt in der Fußgängerzone sowie in einer TV-Küche in Solingen. Zum Abschluss der Drehzeit kauften die Recks mit Starkoch Freitag noch auf Bauernhöfen in Balve ein.

„Björn Freitag ist vor der Kamera viel freundlicher und offener“, blickt Stefanie Reck auf die Zeit mit dem Sternekoch zurück. „Aber er hat schon ziemlich Starallüren“, wirft ihr Mann Marco ein. „Einmal sagte er zu mir: ‘Du holst mir jetzt erstmal Zigaretten’.“ Pausenlos habe das Telefon von Freitag geklingelt. Stefanie Reck erläutert: „Der steht ständig unter Strom. Aber er ist stets korrekt und höflich.“

Freitag holt Tochter Celine von der Schule ab

Ihr Mann erinnert sich dann doch an einen entspannten Moment mit dem Koch: „Er setzte sich selbst ans Steuer, um mit mir unsere Tochter Celine von der Schule abzuholen.“ Stefanie Reck schaut verwundert: „Das habe ich gar nicht mitbekommen in all dem Drehstress.“ Die elfjährige Celine kochte mit der Mama in der Solinger Fernsehküche: einen Soßenfonds zum Einfrieren, zur Vorspeise Spargelspitzen mit Crêpes, einen Schweinebraten mit Gemüse als Hauptgericht und zum Dessert Cookies mit Sahne, Frischkäse und Rhabarber.

Mit dem Drehteam sei die Arbeit sehr entspannt gewesen. „Man duzt sich sofort“, erinnert sich Stefanie Reck. Mann Marco verrät weiter: „Nach ein, zwei Drehtagen ist man eine Familie.“ Die 40-Jährige vergleicht mit anderen TV-Produktionen: „Beim WDR herrscht schon ein ganz hohes Niveau. Wir sind den ganzen Tag verwöhnt worden. Bei anderen Dreharbeiten bekommst du den ganzen Tag nichts zu trinken und nicht zu essen. Aber die haben echt immer dafür gesorgt, dass es uns gut geht.“

Und der Kontakt zur Produktionsfirma brach auch nach dem Ende der Dreharbeiten nicht ab. Selbst mit Starkoch Freitag wollen sich die Recks wiedertreffen. „Er hat uns mal in sein Restaurant eingeladen“, freut sich der 55-jährige Marco Reck. Und seine Frau ergänzt: „Unserem Sohn hat er ein Praktikum in dem Restaurant angeboten.“

Homestory mussten Recks selber drehen

Außenaufnahmen für das Fernsehen sind immer stark vom Wetter abhängig, hier wurde mit der Familie Reck und Björn Freitag (Mitte) in Leveringhausen gedreht.

Rückblende: Anfang April entdeckte Stefanie Reck auf einer der Internetseiten, auf welchen sie sich neue Aufträge für ihre Fernseh-Arbeit sucht, die Ausschreibung für die neue Koch-Show. Sie bewarb sich per E-Mail. Schon ein paar Minuten später kam der Rückruf. Keine Woche später starteten die Dreharbeiten.

Den Anfang musste die Familie selbst machen. Sie bekamen Profi-Kameras gestellt, um ihre Homestory – also Aufnahmen ihrer Wohnung – eigenhändig anzufertigen. Dann kam Freitag nach Werdohl. „Er sollte mit uns aus Resten kochen“, blickt Marco Reck zurück. Seine Frau erläutert: „Es war Montag und nach dem Wochenende waren im Kühlschrank nur noch tiefgekühlte Pflaumen, eine Barbecue-Soße, Eier, Gurken, Senf, Fertigfrikadellen und Kartoffeln.“

Zwei Minuten habe Koch Freitag überlegt, dann sei es losgegangen. „Naja, die reine Kochzeit wären vielleicht nur 45 Minuten gewesen, gedauert hat es aber zwei Stunden“, verrät Stefanie Reck. „Etliche Einstellungen mussten immer wieder wiederholt werden.“ Schlimmer sei das nur auf den Bauernhöfen gewesen. „Gerade bei Außenaufnahmen muss ja stets das Licht stimmen. Und wenn mal alles gut war, lief garantiert ein Schwein oder eine Kuh durchs Bild.“

Was Freitag aus den Kühlschrank-Resten zauberte, sei am Ende aber sehr lecker gewesen, zeigt sich Marco Reck immer noch begeistert. Seine Frau gibt einen Einblick in ihren Koch-Alltag: „Es ist nicht einfach, für eine Familie zu kochen, in der das eine Kind keine Nudeln mag, das zweite keine Kartoffeln und das dritte keine hellen Soßen.“ Neben Tochter Celine gehören auch noch die Söhne Manuel und Maurice zur Familie.

Der Abschluss auf den Bauernhöfen in der Umgebung hat Eindruck bei den Eheleuten hinterlassen. „Wir werden da künftig vorbestellen und alle paar Wochen unser Fleisch holen.“ Ansonsten, so überlegt Stefanie Reck, „bleibt da zwar viel hängen, aber es ist im Alltag nicht umsetzbar“. Sie konkretisiert: „Man braucht viel zu viel Zeit, um so zu kochen. Das schaffe ich vielleicht einmal im Monat oder mal zu Weihnachten.“

Die Sendung „Viel für wenig“ mit der Werdohler Familie wird Anfang September im WDR ausgestrahlt. Der genaue Sendetermin steht noch nicht fest. Zu diesem Zeitpunkt werden die gebürtige Hamburgerin Stefanie Reck, die seit 20 Jahren im Sauerland lebt, und ihre Familie aber schon nicht mehr in Werdohl wohnen. Im Juni ziehen sie nach Bochum, denn die elfjährige Celine ist auf dem Weg zur Profi-Fußballerin. Sie ist Stürmerin bei der U13-Mädchenauswahl des VfL Bochum.

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