Verhandlung über Stadtwerke-Fusion

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Die Mitarbeiter der Stadtwerke Werdohl sind seit Anfang des Monats auch in einem Elektroauto unterwegs. Auf der Motorhaube des Renault Zoe ist die Zukunftsvision von den „Stadtwerke an der Lenne“ schon zur Realität geworden.

Werdohl/Plettenberg - Es gibt Städte wie Plettenberg und Attendorn, bei denen gibt es in Sachen Zusammenarbeit noch deutlich Luft nach oben. Anders verhält es sich mit Werdohl und Plettenberg. Und die ohnehin schon guten Verbindungen sollen demnächst sogar noch ausgebaut werden, denn nach Informationen unser Zeitung wird ab November die Fusion der Stadtwerke Plettenberg und Werdohl ernsthaft geprüft.

Was gerüchteweise schon seit einigen Wochen zu hören war, bestätigte nun Dr. Uwe Allmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Plettenberg, auf Anfrage unserer Zeitung. Nachdem er das Thema zunächst klein geredet hatte („Man weiß nicht, was in zwei oder drei Jahren ist.“/ „Es kann sein, dass wir darüber nachdenken.“), gab er schließlich zu, dass „der geplante Zusammenschluss kein Geheimnis ist“. 

Es gehe darum, die Vorteile einer Kooperation auszuloten. „Bisher gibt es noch keine Grundlagen. Wir fangen im November damit an, die verschiedenen Gremien zu informieren“, bestätigte Allmann. Dabei werde man Ideensammlungen präsentieren, denn eine Fusion sei in verschiedenen Ausgestaltungen möglich.

Wie der Zusammenschluss umgesetzt werden könne, soll dann im kommenden Jahr entschieden werden. Rechtzeitig zur geplanten Fertigstellung der neuen Schwimmhalle in Werdohl-Ütterlingsen im Jahr 2020 soll eine mögliche Fusion dann umgesetzt sein.

„Wir geben Denkanstöße. Ich bin nicht Gesellschafter, sondern Geschäftsführer“, sagte Allmann, der von einem „bunten Blumenstrauß an Möglichkeiten“ sprach, die es zu prüfen gelte – auch unter juristischen Gesichtspunkten. Ein Zusammenschluss der AquaMagis GmbH und der Bäderbetriebe Werdohl sei aber nicht geplant und mache aus steuerlicher Sicht auch keinen Sinn.

Nach der Fertigstellung der neuen 25-Meter-Schwimmhalle direkt neben dem Werdohler Freibad werde aber überlegt, welche Angebote man dort zusätzlich anbieten könne. Anders als gerüchteweise verkündet, müsse der Plettenberger Schwimmverein aber nicht in Zukunft zum Training nach Werdohl fahren.

Bei der möglichen Fusion der Stadtwerke gehe es darum, im Bereich EDV und bei anderen Dingen Kosten einzusparen und „Kräfte zu bündeln“, gab Allmann das gesteckte Ziel vor. Schon jetzt helfe man sich bei den Stadtwerken personell aus, wenn krankheits- oder urlaubsbedingt der Schuh drücke.

„Aktuell stellen wir uns jedes Mal Rechnungen“

„Bei unserer aktuellen Zusammenarbeit wird jedes Mal eine Rechnung gestellt“, erklärte der Geschäftsführer, der selbst seit einigen Jahren Prokurist bei den Werdohler Stadtwerken ist – und dort als Stellvertreter von Frank Schlutow fungiert. Der Werdohler hat seinerseits ebenfalls Prokura bei den Plettenberger Stadtwerken und ist dort Stellvertreter von Dr. Allmann. 

In Sachen Personal – beide Stadtwerke haben knapp 20 Mitarbeiter – will man nichts einsparen: „Wir haben aktuell Probleme, Leute zu bekommen. Deshalb geht es eher darum, zusätzliche Mitarbeiter einsetzen zu können“, befand Allmann, der auch die „Chef-Frage“ thematisierte: „Wir möchten in der Sache vorankommen und glauben, dass Eitelkeiten wie die Fragen nach Posten und Standorten keine Rolle spielen und die Themen sachlich bewertet werden.“ 

Zu der möglichen Fusion befragt, gab auch der Werdohler Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Schlutow Auskunft: „Dass wir an einer interkommunalen Zusammenarbeit Interesse haben, ist ganz normal.“ Angedacht sei zum Beispiel eine Zusammenarbeit im Bereich E-Mobilität und E-Ladesäulen. 

Dabei war man den noch zu treffenden Beschlüssen sogar schon voraus, denn auf dem gestern vorgestellten Fahrzeug prangen bereits die Logos beider Stadtwerke, die möglicherweise bald zu einem gemeinsamen „Lenne-Logo“ verschmelzen. Doch Schlutow bat im Gespräch mit unserer Zeitung um Geduld: „Wir müssen erst einmal die Beratungen der Gesellschafter abwarten. Wenn die im November Nein sagen, dann klappen wir das Buch wieder zu.“

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