Ein Masterplan für die Stadtentwicklung

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Fachbereichsleiter Thomas Schroeder berichtete über den Masterplan Stadtentwicklung.

Werdohl - Der Rat hat am Montag den Weg frei gemacht zur Finanzierung eines Masterplans für die Stadtentwicklung. Einstimmig wurde beschlossen, das Fassaden- und Hofflächenprogramm aufzulösen und die noch freien Mittel daraus für die Erarbeitung eines Masterplans auszugeben.

Vor allem die WBG mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Volker Oßenberg hatte dafür gekämpft, nach der Innenstadtsanierung auch die Ortsteile in den Blick zu bekommen. Oßenberg hatte sich konkret dafür eingesetzt, die Turnhalle des TuS Versetal zu erhalten und dort eine Art Gemeinschaftshaus zu entwickeln. 

Auch die Ortsteile in den Blick bekommen 

In weiteren Diskussionen vor allem im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung kamen Politiker aller Parteien und Gruppierungen zu der Auffassung, ein Konzept zur Entwicklung der Ortsteile zu bekommen. Wenn man wisse, wie die Interessenlage in den Bezirken sei, könne man bauliche und soziale Angebote schaffen. 

Dazu gab es seit 2015 ein vom Land gefördertes Entwicklungsprogramm namens „Integriertes kommunales Entwicklungskonzept“, kurz Ikek. Die Stadt Werdohl war aber zu spät auf dieses Projekt aufmerksam geworden, der Fördertopf war geschlossen, für Werdohl gab es keine Chance auf eine Aufnahme. So sah es Bürgermeisterin Voßloh am Montag im Rat: „Es sah für uns eine lange Zeit echt hoffnungslos aus.“ 

Lösung mit der Bezirksregierung gefunden

Jetzt habe die Verwaltung allerdings in intensiven Gesprächen mit der Bezirksregierung eine Lösung gefunden, abseits von Ikek ein solches Stadtentwicklungskonzept für Werdohl auf die Beine stellen zu können. 

Das Hofflächen- und Fassadenprogramm der Stadt wird bekanntlich aus Fördermitteln des Programms Stadtumbau West finanziert. Mehrere Jahre lief es erfolgreich, sodass es für die Jahre 2019 und 2020 verlängert wurde. Hier sind Zuschussmittel in Höhe von 56 000 Euro bewilligt. Trotz entsprechender Akquise, so schreibt die Verwaltung in einer Vorlage, würde diese Summe nicht mehr von Hausbesitzern in der Innenstadt angefordert. 

Warteliste ist abgearbeitet

Die Warteliste aller Interessenten sei abgearbeitet. Außerdem laufe der Vertrag mit dem betreuenden Planungsbüro Ende 2018 aus. 

Mit der Bezirksregierung ist jetzt vereinbart worden, das Programm zu schließen und die 56 000 Euro Fördermittel zur Finanzierung eines Masterplans Stadtentwicklung zu verwenden. 

Ohne Masterplan keine Chance auf Förderung 

Ein entsprechendes Gutachten koste zwischen 60 000 und 70 000 Euro. Die Stadt müsse diese Summe ohnehin vorfinanzieren, später könne es bis zu 80 Prozent zurückgeben, wenn Maßnahmen aus dem Masterplan umgesetzt werden. Fachbereichsleiter Schroeder schreibt in der Vorlage: „Ob tatsächlich eine Förderung erfolgen wird, kann dabei im Vorfeld nicht garantiert werden.“ Die Bezirksregierung unterstütze die Bestrebungen der Stadt, ein gesamtstädtisches Entwicklungsprojekt in Auftrag zu geben. Vertreter der Behörde hätten klar gemacht, dass kurzfristige Einzelmaßnahmen ohne konzeptionelle Grundlage keine realistische Chance auf Förderung hätten. Im Rahmen von Städtebauförderung und Dorferneuerung müsse ein gesamtstädtisches Konzept erstellt werden. Nur damit sei es möglich, später Förderungen für einzelne Maßnahmen in den Stadtteilen zu erhalten. 

Bürgermeisterin Voßloh zeigte sich froh, dass diese Lösung gefunden werden konnte. „Wir bekommen jetzt ein gesamtstädtisches Konzept so, wie wir es uns alle wünschen.“

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