Versetaler Streithähne: Zeugen sollen gehört werden

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Im Jahr 2015 war die Welt im Versetal noch in Ordnung: Der Schützenverein hatte den riesigen Grill in Betrieb, die Werdohler kamen in Scharen, um die knusprigen Hähnchen zu genießen. Jetzt muss das Amtsgericht klären, wem der Grill gehört.

Werdohl - Eine Einigung im Versetaler Hähnchenstreit ist noch nicht in Sicht. Nun sollen drei Zeugen gehört werden, von denen sich Richter Felix Langerbein Aufschluss über die Eigentumsverhältnisse an dem drei mal fünf Meter großen Hähnchengrill erhofft.

Da es sich lediglich um einen Verkündungstermin des ergangenen Beschlusses über die Anhörung von Zeugen gehandelt hatte, waren weder Vertreter des Versetaler Schützenvereins als Kläger noch der ehemalige Zugführer Uwe Bettelhäuser als Beklagter im Amtsgericht Altena erschienen. Auch die Anwälte der beiden Parteien sparten sich und ihren Mandanten die persönliche Entgegennahme des richterlichen Beweisbeschlusses.

Dass die Frage „Wem gehört der Grill?“ in einem Gerichtsverfahren geklärt werden muss, liegt an den diametral unterschiedlichen Auffassungen der Streitparteien hinsichtlich einer Antwort auf diese Frage. Die Kläger, vertreten durch den Vorsitzenden Frank Herber und den Geschäftsführer Jürgen Wehlus, betrachten den Grill als Eigentum des Schützenvereins.

Uwe Bettelhäuser vertritt hingegen die Auffassung, dass der Riesenhähnchengrill ihm persönlich gehöre.

Der Vorstand des Schützenvereins hatte das für dieses Jahr vorbereitete Hähnchenspektakel im Versetal abgesagt, weil der Grill nicht zur Verfügung gestanden habe. Das bestreitet Uwe Bettelhäuser: Er habe den Grill gegen eine Sicherungskaution herausgeben wollen.

Der Vorstand des Schützenvereins behauptet, den Grill rechtmäßig und durch Unterlagen beweisbar von einem anderen Verein abgekauft zu haben, der früher das Hähnchenfest veranstaltete. Als dieser Verein das Fest aus personellen Gründen aufgeben musste, sei der Grill an den Versetaler Schützenverein verkauft worden.

Klar ist bei alledem bisher nur der aktuelle Aufenthaltsort des Grills: Er befindet sich eingeschlossen in einem Container neben dem Schützenvereinsheim Altenmühle. Bis zur Gerichtsentscheidung über seine Zukunft scheint er sich also in einer Art Sicherungsverwahrung zu befinden.

Wiedersehen werden sich die Streithähne am 13. Dezember im Amtsgericht Altena: Dann will Richter Felix Langerbein die Zeugen anhören. Eine Entscheidung über die Zukunft des Grills wird an diesem Tag aber wohl noch nicht fallen.

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