Konflikt 

Kein verkaufsoffener Sonntag im Bahnhofsviertel

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Außen vor: Das Bahnhofsviertel samt Edeka darf beim verkaufsoffenen Sonntag nicht mitmachen.

Werdohl – Es soll keinen keinen verkaufsoffenen Sonntag im Bahnhofsviertel in Werdohl. Das sorgt für Ärger.

Heiko Tank ist sauer. Wenn die Geschäfte in der Innenstadt am 7. April ihre Kunden zum verkaufsoffenen Sonntag begrüßen, soll das Edeka-Center, das er an der Inselstraße betreibt, geschlossen bleiben. „Die Werdohl Marketing GmbH hat mir mitgeteilt, dass eine Beteiligung des Bahnhofsviertels am verkaufsoffenen Sonntag nicht möglich sei, da die Gewerkschaft Verdi die Veranstaltung ansonsten verbieten werde,“ sagt Tank. 

Auch das Argument, dass im Edeka-Parkhaus 128 Parkplätze für die Veranstaltung zur Verfügung stehen, interessiere die Gewerkschaft nicht. Das kann der Geschäftsmann nicht nachvollziehen. Besonders ärgerlich ist aus seiner Sicht, dass die Rewe-Lebensmittelabteilung im WK-Warenhaus am 7. April geöffnet werden solle: „Alles, was die Kunden dort am Sonntag kaufen, bleibt montags bei mir in den Regalen liegen.“ 

"Bahnhofsviertel gehört auch zum Werdohler Einzelhandel"

Heiko Tank kann die Entscheidung der Werdohl Marketing GmbH nicht nachvollziehen. „So etwas sorgt für Ärger und Unruhe. Das Bahnhofsviertel gehört doch auch zum Werdohler Einzelhandel.“ Das sieht Ingo Wöste, der Geschäftsführer der Marketing GmbH ganz genau so. „Die Entscheidung, das Bahnhofsviertel außen vor zu lassen ist tatsächlich ein Akt der Verzweiflung“, stellt er fest. 

Nachdem die Gewerkschaft bereits den verkaufsoffenen Sonntag vor Weihnachten gekippt habe, sei man nun um Rechtssicherheit bemüht. „Verdi hat durchblicken lassen, dass die Veranstaltung eher rechtskonform wäre, wenn der Verkaufsbereich in der Stadt kleiner ist“, berichtet Wöste. Er beklagt, dass die Gewerkschaft nicht bereit sei, konkret zu benennen, unter welchen Umständen sie dem verkaufsoffenen Sonntag in ganz Werdohl zustimmen würde. „Verdi zeigt sich bärbeißig. Es heißt, man habe keine Zeit mit uns in den Dialog zu treten.“ 

Konflikt auf dem Rücken der Einzelhändler

Die Gewerkschaft zwinge die Veranstalter quasi dazu, den Konflikt auf dem Rücken der Einzelhändler auszutragen. Dabei sei ihm durchaus bewusst, dass sich ein Veranstalter an rechtliche Grundlagen halten müsse. „Das ist unbestritten. Deshalb wollen wir über die Rahmenbedingungen sprechen. Wir möchten uns mit Verdi an den runden Tisch setzen“, stellt der Geschäftsführer der Werdohl Marketing GmbH fest. 

Dazu sieht die stellvertretende Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Südwestfalen Bettina Schwerdt keine Veranlassung: „Wir müssen uns nicht über die Rechtslage austauschen.“ Zudem sei es angesichts der großen Zahl der Kommunen im Bezirk nicht möglich, einzelne Gespräche zu führen. „Die Rechtsbehörden der einzelnen Städte können sich doch untereinander austauschen. Dann wissen sie, was erlaubt ist und was nicht“, meint Schwerdt. Grundsätzlich verweigere sich Verdi Gesprächen mit Veranstaltern aber keinesfalls, unterstreicht sie. 

Überblick über die verkaufsoffenen Sonntage in NRW

Unterdessen sucht Bürgermeisterin Silvia Voßloh mit der Verwaltung nach einer Lösung, um das Bahnhofsviertel am 7. April noch einbinden zu können. „Wir wollen diese Kröte nicht schlucken, haben nach unserer Auffassung zunächst aber eine rechtssichere Lösung gefunden, um den verkaufsoffenen Sonntag überhaupt durchführen zu können.“ Sie unterstreicht: „Wir wollen keine Spaltung der Einzelhändler.“ Wenn es gelinge, das Bahnhofsviertel in das Programm zum Tag der Rettungskräfte einzubinden, könne das eine Lösung sein. „Das Problem ist aber die Entfernung vom Bahnhofsviertel zur Innenstadt.“

Auch die Kommunalpolitiker werden sich mit dem Thema befassen: Die Planung der verkaufsoffenen Sonntage steht für die Hauptausschusssitzung am 11. März auf der Tagesordnung, bevor der Rat der Stadt Werdohl am 25. April über die Termine entscheide

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