Werdohl: Jürgen Hennemann verabschiedet sich

+
Im Beisein von Alt-Bürgermeister Manfred Wolf zog Jürgen Hennemann (rechts) ein Resümee im Blick auf die seit 1999 durchgeführten Stadt- und Lichtpunktgänge.

Werdohl -  Schon vor längerer Zeit hatte Jürgen Hennemann angekündigt, seine Aktivitäten in Werdohl weitestgehend einzustellen und den Schwerpunkt seines kulturellen Engagements im Wesentlichen nach Köln zu verlagern.

Ganz sang- und klanglos, so fand er, sollte der Abschied aus seiner Heimatstadt freilich nicht ausfallen. Am kommenden Mittwoch wird es daher ab 15.30 Uhr vom Friedrich-Keßler-Platz aus einen letzten Stadtgang geben, und im Herbst bietet Hennemann noch einen Lichtpunkte-Gang an.

Begonnen hatte alles damit, dass Jürgen Hennemann 1999 beim damaligen Werdohler Bürgermeister Manfred Wolf vorstellig wurde, um dem Chef von Rat und Verwaltung sein ehrenamtliches Engagement anzubieten. „Ich habe ihm jede denk- und realisierbare Unterstützung zugesichert“, so Wolf in einem Rückblick. „Damals wusste ich aber bei weitem nicht, welche Fülle von Ideen er entwickelt, die der Stadt ausnahmslos gutgetan haben.“

Die entstandenen, positiven Einflüsse auf das Geschehen in Werdohl bezeichnete der Alt-Bürgermeister als „beachtliche Leistung“, zumal so manches vornehmlich in der Innenstadt prägenden Charakter gewonnen hat – wie etwa die zahlreichen Lichtpunkte. Sie, so betont Jürgen Hennemann schon seit Jahren, „tragen ein Einmaligkeitsmerkmal, denn so etwas gibt es im gesamten Kreisgebiet und wohl auch darüber hinaus nicht.“

Nicht unerwähnt bleiben die drei Fassadenbilder von Hans Rüdiger (historische Stadtbrücke, alte Neustadtstraße und Kilianskirche), die auf Hennemanns Anregung entstanden sind. Hinweisschilder machen die Suche nach sehenswerten und mit originellen Namen versehenen Gebäuden (zum Beispiel Maskenhaus), Brunnen oder Anlagen einfacher.

Der Aspekt der Entwicklung in der Architektur des 19. Jahrhunderts – mit Schwerpunkt Historismus – wurde besonders herausgestellt; eines seiner Lieblingsthemen, wie Jürgen Hennemann mehrfach in der Vergangenheit betont hat. Nicht zu vergessen: Die Bemühungen um die Aufwertung der Neustadtstraße, die Herausgabe von Postkarten mit Lichtpunkten und ansehnlichen Stadtmotiven.

Gemeinsam mit Freunden – wie etwa die Eheleute Schnober, Dr. Hajo Hultsch oder Manfred Hoh – brachte Hennemann auch Ideen wie zum Beispiel das Brückenbürgerweinfest, die Lennefontäne, das Kleine Kulturforum oder auch der Bürgerstammtisch auf den Weg.

„Jürgen Hennemann“, so Manfred Wolf anerkennend, „hat mit seinen Ideen als erster die in einem Gutachten dokumentierten Anregungen von Professor Kuss aufgegriffen und in die Tat umgesetzt, die Lenne in das Leben der Stadt einzubeziehen. Möglich wurde das, weil es immer wieder Menschen oder Firmen gegeben hat, die die ehrenamtliche Arbeit der Bürger mit Geld oder Sachspenden unterstützt haben.

Entscheidend für Hennemanns Einsatz war der Gedanke daran, wie Werdohl nachhaltig positiv ins Bewusstsein der in der Stadt lebenden Menschen und vor allem auch der Besucher Werdohls gerückt werden kann. Diese Formulierung lässt erkennen, dass sich das Engagement Hennemanns nicht auf die mehr als 50 Stadt- und Lichtpunktgänge mit ihren jeweils unterschiedlichen Themenschwerpunkten reduzieren lässt.

Bei den beiden jetzt noch ausstehenden Innenstadt-Exkursionen soll das Augenmerk darauf gerichtet werden, was in den vergangenen 15 Jahren in Sachen Image bewegt worden ist. Die Teilnahmegebühr beträgt drei Euro pro Person. Und Hennemanns Rat zum Abschluss: Die Autos sollten zu Hause bleiben, denn an mehreren Haltepunkten werden Getränke gereicht – und eine Überraschung zum krönenden Abschluss winkt auch noch. - -ka

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare