Muhl übernimmt Vorsitz beim Kulturverein

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Der umformierte Vorstand des Kulturvereins Werdohl heute (v. l.): 1. Vorsitzender Klaus Muhl, Pressewartin Carla Marlinghaus, Schriftführerin Gunhilde Herzig-Schürmann und der 2. Vorsitzende Günter Vogt. Gemeinsam wollen sie weiterhin die Kultur der Stadt fördern und unterstützen.

WERDOHL - Kleinere Unstimmigkeiten zwischen Ehrenamtlern und Verwaltung sowie eine Neuaufstellung im Vorstand standen im Fokus der Jahreshauptversammlung des Kulturvereins Werdohl heute. Doch letztlich glätteten sich alle Wogen recht schnell und nach gut einer Stunde war die Zusammenkunft im großen Sitzungssaal des Rathauses wieder vorbei.

Im Rahmen des Jahresberichtes hatte Vorsitzender Günter Vogt zu Beginn Bürgermeister Siegfried Griebsch die Leviten gelesen. Er verstehe nicht, warum die Nachbarstädte Altena, Neuenrade und Plettenberg – welche ja allesamt finanziell nicht besser als Werdohl da stünden – ihre kulturellen Bemühungen nach oben führen, während die Stadt an Lenne und Verse zeitgleich diese Aufgaben auf sowieso schon ausgelastete Ehrenamtler abwälze.

Das Stadtoberhaupt gehörte zu den 25 Anwesenden und reagierte sogleich auf den Vorwurf. Er konterte mit dem Hinweis darauf, dass Neuenrade und Plettenberg keine vergleichbar großen Kassenkredite hätten. Zudem werde in Werdohl nicht bei der Kulturförderung eingespart, sondern lediglich personell. Zur Einstellung der Veranstaltungsreihe Kulturbogen sagte Griebsch: „Da haben die Werdohler mit den Füßen abgestimmt“ – sprich: Die Bürger hätten das Angebot einfach nicht angenommen.

Im Zusammenhang mit dieser Äußerung machte sich dann Annette Wolf vom Kleinen Kulturforum (KKF) Sorgen über die Förderung der Veranstaltungsreihe Kulturcafé. Das KKF habe nämlich am neuen Standort ein „größeres Problem“. Der Raum biete 20 Personen weniger Platz als zuvor an der Goethestraße. Der Bürgermeister beruhigte sie jedoch. Die Argumentation sei auf das KKF nicht übertragbar, da dort „naturgemäß nicht 150 Besucher oder mehr hinein passen“. Die Förderung für das Kulturcafé bleibe unverändert erhalten.

Nachdem bei den Wahlen der vormalige Stellvertreter des 1. Vorsitzenden des Kulturvereins Werdohl heute Klaus Muhl und Günter Vogt ihre Vorstandsposten getauscht hatten, monierte der neue 1. Vorsitzende Muhl, dass die Fördergelder für den Kulturverein für 2014 noch nicht freigegeben seien. Griebsch erläuterte, dass der Haushalt noch nicht genehmigt worden sei. Dies erwarte er jedoch innerhalb der kommenden 14 Tage, dann flössen auch die Fördergelder.

Nächster Diskussionspunkt war der vom Werdohler Kulturausschuss beschlossene Kurs, der zur Einsparung beim Baubetriebshof führen soll. Demnach sollen die ausrichtenden Vereine bei den Veranstaltungen Gemeinschaftskonzert, Stadtparkkonzert, Wunschkonzert und dem Offenen Singen die Aufbauten (Bühne, Stühle und Technik) selbst übernehmen. Ein Teil der eingesparten Kosten würden den Ausrichtern demzufolge ausgezahlt – zusätzlich zur Kulturförderung.

Der nunmehr 2. Vorsitzende von Werdohl heute, Günter Vogt, argumentierte, dass der Kulturverein diesen Aufwand zwar beim Stadtpark- und beim Gemeinschaftskonzert bewältigen, bei den beiden anderen genannten Anlässen jedoch personell nicht stemmen könne.

Regina Wildenburg erläuterte diesbezüglich aus Verwaltungssicht, dass beim Offenen Singen sowieso die Aufgabe des Aufbaus auf die Musikschule Lennetal zukäme. Beim Wunschkonzert dagegen stelle sich die Frage 2014 vermutlich nicht. Der Veranstaltungskalender der Stadt sei im Sommer durch zwei zusätzliche Großveranstaltungen derart eng gestrickt, dass das Wunschkonzert in diesem Jahr einmal aussetzen müsse.

Konkret finde am Donnerstag, 17. Juli, der Auftakt zur viertägigen Radtour NRW statt – veranstaltet von WDR, Westlotto und der Stiftung NRW. Die Strecke führe von Plettenberg über Lüdenscheid und Dortmund nach Lünen und mache am ersten Tag auch Halt in Werdohl. Am Sonntag, 17. August, finde in mehreren Städten der Regionale-Aktionstag „Lenne lebt“ statt.

Im Zuge der Wahlen waren im Vorstand für die kommenden zwei Jahre Pressewartin Carla Marlinghaus und Schriftführerin Gunhilde Herzig-Schürmann in ihren jeweiligen Ämtern bestätigt. Kassenwart Dieter Lohrengel berichtete von einer ausgeglichenen Kassenlage.

Der Ausblick auf das neue Kulturjahr sieht folgendermaßen aus: Am Samstag, 1. März, geht das diesjährige Gemeinschaftskonzert im Festsaal Riesei über die Bühne. Erstmals wird dann nicht – wie gewohnt – Manfred Rademacher moderieren. Diese Aufgabe übernimmt Sebastian Hoffmann. Noch im ersten Kalenderhalbjahr solle eine weitere Auflage der Werdohler Gespräche stattfinden. Thematisch solle sich dieser Abend um Kirchen und Religionen drehen. Das erste Kulturcafé des Jahres öffne am Donnerstag, 6. Februar, seine Pforten. An diesem Abend finde eine Lesung mit Musik statt. Thema sei türkische Literatur der Gegenwart. Diese Veranstaltung finde in Kooperation mit dem Lüdenscheider Verein „Wir hier“ statt.

Von Michael Koll

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