Masterplan 2040 veröffentlicht

Werdohl gibt sich neue Identität als grüne Kleinstadt

Rüdiger Wagner übergab bei der auf die öffentliche Versammlung folgende Ausschusssitzung ein gedrucktes Exemplar des Masterplans an die Stadt.
+
Rüdiger Wagner übergab bei der auf die öffentliche Versammlung folgende Ausschusssitzung ein gedrucktes Exemplar des Masterplans an die Stadt.

Rüdiger Wagner vom Büro „Stadtkonzepte Jung“ hat am Dienstag den von der Stadtverwaltung beauftragten „Masterplan 2040“ vorgestellt. Mit diesem will sich die Stadt Werdohl eine neue Identität als grüne Kleinstadt verpassen. Auf Bitten der CDU-Fraktion, die noch weitere Bearbeitungszeit braucht, wurde der Masterplan allerdings noch nicht beschlossen.

Rüdiger Wagner vom Kölner Büro „Stadtkonzepte Jung“ hat am Dienstag den von der Stadtverwaltung beauftragten „Masterplan 2040“ öffentlich vorgestellt. An der Informationsveranstaltung im Festsaal Riesei nahmen nur ganz wenige Bürger und Bürgerinnen direkt teil, die live gestreamte Übertragung kann aber noch länger bei Youtube angeschaut werden. Auf Bitten der CDU-Fraktion, die noch weitere Bearbeitungszeit braucht, ist die verbindliche Beschlussfassung über den Masterplan in die Ratssitzung am 31. Mai verschoben worden.

Wagner hielt am Nachmittag einen etwa 45-minütigen Vortrag über den Masterplan und hangelte sich dabei an ausgesuchten Passagen der Planung entlang. Im Saal waren neben vier Schülern und einer Schülerin sowie einem Lehrer der Gesamtschule, einigen Mitgliedern des anschließend tagenden Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt sowie vielleicht einer Handvoll Bürger aus öffentlichen Interessenslagen versammelt.

Werdohl ist eine „sehr aktive Stadt“

Der in Werdohl aufgewachsene Diplom-Ingenieur Wagner machte zu Beginn ein Kompliment: „Sie sind eine sehr aktive Stadt, kann ich sagen, wir machen viel für Kommunen.“ Auch an späterer Stelle wurde deutlich, dass der Masterplan keine Solo-Veranstaltung ist, sondern auf sämtlichen ähnlich gelagerten Planungskonzepten aufbaut. Davon hat Werdohl seit 2006 mindestens fünf große Konzepte, die sich mit der Stadtentwicklung beschäftigen. Widersprüchliches aus früheren Konzepten wurde herausgenommen, so Wagner, nicht mehr Aktuelles und Unrealistisches sei ebenfalls verbannt worden. Bei dem jetzt vorgelegten Masterplan handele es sich um den Versuch, den roten Faden der letzten zehn Jahre aufzunehmen. Auch der ganz pragmatische Zweck des Masterplans wurde deutlich: Ohne ein solch qualitativ hochwertiges Gesamtkonzept werde es für Werdohl kaum noch Fördergeld geben. Darauf legte Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) in der späteren Ausschusssitzung die Betonung. Späinghaus wie auch CDU-Sprecher Middendorf benutzten in diesem Zusammenhang das Wort „teuer“.

In einer öffentlichen Versammlung stellte Stadtplaner Rüdiger Wagner (links) den Masterplan 2040 vor. An der Sitzung im Festsaal Riesei nahmen allerdings nur sehr wenige Bürgerinnen und Bürger teil. Die Veranstaltung wurde auch im Internet übertragen.

Der Masterplan ist durchdrungen vom „grünen“ Begriff. Es geht Wagner dabei um Naturverbundenheit, einen Zusammenhang zwischen Grün, Umwelt und Klima. Erwähnt wird auch der Begriff, in Werdohl „im Grünen“ zu leben. Die Innenstadt soll ein „grüner“ Begegnungsraum sein, Lenne und Verse sollen als Lebensadern begriffen werden. Die Gesamtkonzeption trägt deshalb auch das Leitmotiv der grünen Kleinstadt an Lenne und Verse.

Mehr Aufenthaltsmöglichkeiten für die Innenstadt

Die Innenstadt dürfe nicht mehr allein als Einkaufsstadt gedacht werden, sondern sie benötige mehr Aufenthaltsmöglichkeiten. Wagner: „Mehr Erlebnis statt Shopping.“ Auch der Tourismus müsse langfristig im strukturellen Wandel mitgedacht werden. Konkret bringt Wagner den Gewerbehof an der Neustadtstraße als zusätzlichen Ort der Begegnung und für Kultur ins Spiel. Die „neue und grüne Innenstadt“ mit dem Lenneufer sei das Schlüsselprojekt des Masterplans. Wagner beschrieb ein „neues Quartier Realschule“. Im Versetal steht die Turnhalle Eveking im Mittelpunkt einer Entwicklung. Radrouten sollen die Innenstadt erreichbar machen.

Kritische Anmerkungen kamen vom Zeppelinstadt-Erfinder Moritz-Adolf Trappe und von Ralf Kronfeld vom Bürgerstammtisch. Vor allem Kronfelds „es geht alles irre langsam vorwärts“ stieß bei Bürgermeister Späinghaus auf Zustimmung. Basierend auf dem Masterplan werde eine so genannte Taskforce im Rathaus eingerichtet, die sich themenübergreifend mit der Umsetzung der Ideen beschäftige. Späinghaus sagte zu, dass diese Taskforce „schnell loslegen“ werde.

Die CDU führt fast ausschließlich das Wort

Bei der anschließenden Ausschusssitzung führte nahezu ausschließlich die CDU das Wort. Christoph Plassmann fragte nach, wie zwingend und verbindlich der Masterplan für eine spätere Bebauungsplanung sein werde. Das im Masterplan beschriebene Ziel von Flächenkontrolle sei vielleicht nicht mit der Planung von Industriegebieten übereinstimmend. In der Antwort wurde Rüdiger Wagner von Bau-Abteilungsleiter Thomas Schroeder unterstützt. Ein vom Rat beschlossener Masterplan sei zwar kein Gesetz, dennoch aber eine grundsätzliche Richtlinie, die nicht ignoriert werden könne.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare