Lesen fördert Fantasie und Sprachkompetenz

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Die Kinder stellten sich ihre Werke gegenseitig vor – und teilten dafür gerne auch einmal einen Sessel und rückten eng zusammen.

Werdohl - Die Erzieherinnen in der städtischen Kindertageseinrichtung Gerne Groß haben ihre Schützlinge vor einigen Wochen gefragt: „Welches sind eigentlich Eure Lieblingsbücher?“

In der Gruppe haben einige vierjährige Mädchen und Jungen die Frage beantwortet und den anderen Kinder die Geschichten in ihren Lieblingsbüchern mit eigenen Worten erzählt. Da war dann beispielsweise die Rede von „Bibi und Tina“, dem „König der Löwen“ und der „Kleinen Raupe Nimmersatt“.

Diese Geschichten haben die Größeren im Alter von vier bis sechs Jahren inspiriert. Sie haben in Folge ihrer Fantasie freien Lauf gelassen und ihre Kreativität sprudeln lassen. Sechs Mädchen und Jungen haben eigene Geschichten erdacht, Bilder dazu gemalt und mit Hilfe der Erzieherinnen, die die Texte dazu aufgeschrieben haben, eigene Bilderbücher erstellt.

Richarda Seegerber (links) und Sabine Schöbel (rechts) von der städtischen Kindertageseinrichtung Gerne Groß sind stolz auf ihre Schützlinge, die eigene Bilderbücher erdachten und auch eigenhändig illustrierten.

Dabei kamen erstaunliche Ergebnisse zu Tage. Ein Junge schilderte den Ablauf auf einem Flughafen – vom Einchecken über den Flug bis hin zum Abholen der Koffer am Gepäckband. Ein Mädchen schrieb eine Liebesgeschichte – vom Kennenlernen über die Heirat bis hin zu den eigenen Kindern des jungen Paares. Ein drittes Werk schildert den Geburtstag einer Prinzessin, bei dessen Party es Pizza zum Essen gibt.

Bücherei-Leiterin Klaudia Zubkowski erfuhr von diesen frischen Bilderbüchern. Und sie war überzeugt: Die sind es wert, ausgestellt zu werden. Deshalb werden die Bücher der Mädchen aus der Kita Gerne Groß nun in der Bibliothek präsentiert.

Das ganze Projekt – betreut von den Erzieherinnen Sabine Schöbel und Richarda Seegreber – gehört zum Programm der alltagsintegrierten Sprachförderung. Dieses Programm wurde vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufen.

Beim Konzept der alltagsintegrierten Sprachförderung geht es darum, Sprache bewusst und situationsorientiert zu fördern. Dabei sollen besonders die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder bedacht werden. Eigene Ideen der Kinder sollen in diesem Zusammenhang wertgeschätzt werden. Die Mädchen und Jungen sollen darüber hinaus ermutigt werden, Neues auszuprobieren. Das ist in diesem Fall auf beeindruckende Art und Weise gelungen. Mit dem Konzept will das Ministerium „eine zufriedenstellende Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, Schulerfolg und Berufschancen“ sicherstellen.

Seit 1995 wird jährlich am 23. April der Welttag des Buches und des Urheberrechtes begangen. Dieser Feiertag wurde von der Unesco (Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) initiiert. Bereits seit 1983 – eingeführt vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels – gibt es zudem den Deutschen Tag des (freien) Buches, der alljährlich am 10. Mai an die Buchverbrennung am 10. Mai 1933 erinnern solle.


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