Feier läuft aus dem Ruder

+
Übel ging es zur Sache, als die Polizei zum Dorffest in Kleinhammer gerufen wurde.

Werdohl - Irgendwie aus dem Ruder lief ein Dorffest mit Geburtstagsfeier in Kleinhammer am 10. Juli des vergangenen Jahres: Nach einer Prügelei blieben auf dem Schlachtfeld zwei Frauen zurück, die eine 44-jährige Frau diverser gefährlicher Körperverletzungen bezichtigten: Eine von ihnen erlitt eine Fraktur im Gesichtsbereich und fiel vorübergehend in Ohnmacht, die Andere ging ebenfalls zu Boden und wurde dort angeblich noch getreten.

Die Angeklagte, die offenbar ebenfalls ordentlich Prügel eingesteckt hatte, erzählte im Amtsgericht eine ganz andere Geschichte: Sie sei eingeschritten, weil ein jüngerer Mann einen älteren Mann verprügelt habe. Plötzlich habe sie eine Faust im Gesicht gehabt, wobei ihre Brille kaputt gegangen sei. „Danach weiß ich nichts mehr.“ Auch sie brachte ein medizinisches Attest über einen Nasenbeinbruch mit ins Gericht. „Ich sehe die Frauen zum ersten Mal“, erklärte sie beim Anblick der beiden Zeuginnen, die sie angeblich mit Fußtritten malträtiert haben sollte. „Ich hatte leichte Badeschlappen an“, nährte sie Zweifel an dem gefährlichen Werkzeug an ihren Füßen.

Wie so oft bei solchen Geschichten spielte der Alkohol eine entscheidende Rolle: 1,8 Promille sollen es bei der Angeklagten gewesen sein. Angesichts ihrer Gedächtnislücken sah Richter Dirk Reckschmidt Anlass für eine Vertagung der Verhandlung. Deshalb wurden auch die beiden Hauptzeuginnen nicht gehört. Zum „neuen Termin von Amts wegen“ sollen zehn bis zwölf Zeugen geladen werden, um die üble Keilerei umfassend aufzuklären. Offenbar gibt es eine Menge Leute, die das Ganze miterlebten oder miterlitten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare