TC Werdohl feiert 40. Bestehen

+
Von der Terrasse des Vereinsheims aus hat man einen perfekten Blick über die drei Hauptplätze.

WERDOHL -  Wer sich Ende der 60er Jahre in Werdohl für den Weißen Sport interessierte, der musste sich mit einigen außergewöhnlichen Umständen arrangieren. Denn: Die einzige Chance dem gelben Filzball hinterherzujagen, bot ein Platz auf dem Gelände des VDM-Konzerns.

Wenn dann mal ein Ball auf einer Werkshalle landete, musste erheblicher Mut aufgebracht werden, um das Spielgerät über eine Leiter zu bergen: Hardcore-Tennis für Enthusiasten – und Freunde der Geselligkeit. Die Geselligkeit war dann auch die Keimzelle des Tennisclubs Werdohl. Abends nach den Spielen verbrachten die Sportler gerne ein paar Stunden im Kreis der Gleichgesinnten. Und an einem dieser Abende keimte die Idee, einen Verein zu gründen. 1972 rückten dann die Baugeräte in Ütterlingsen an und bereiteten den Boden für die Plätze. Keine leichte Aufgabe, denn der Untergrund erwies sich als wenig tragfähig. Felsen aus der Schwarzen Ahe sollten für Stabilität sorgen und wurden im Erdreich versenkt.

Als die Plätze fertig waren und 1973 der Spielbetrieb aufgenommen wurde, fehlte noch ein Vereinsheim. Ein Bauwagen, den ein Unternehmen stiftete, übernahm die Funktion in der Anfangszeit. Weil der Raum knapp war, stand bald ein zweites Exemplar daneben. Die „Wagenburg“ macht den Verein bekannt, den ein erstaunliches Improvisationstalent auszeichnete. Trinkwasser zapfte der Verein in der Nachbarschaft an, Strom und die Nutzung von Toilettenanlagen stellten die Sterngolfer zur Verfügung. Als Dankeschön versorgten sich die Sportler auf der Sterngolfanlage mit Erfrischungen. Wasser für die Bewässerung der Plätze zu organisieren, kam einem Abenteuer gleich. Mittels einer „kraftstrotzenden“ Drei-PS-Pumpe beförderte der TCW Lennewasser auf seinen Grund.

Das alles liegt mittlerweile 40 Jahre zurück und seitdem hat sich einiges getan. Das Vereinsheim genügt mittlerweile gehobenen Ansprüchen, bietet den Freunden des Weißen Sports ein Zuhause. Eine Flutlichtanlage ermöglicht das Spielen auf den drei Hauptplätzen bis in die Abendstunden. Etwas Großes anlässlich des „Runden Geburtstages“ auf die Beine zu stellen, wäre eine Möglichkeit gewesen, der TCW entschied sich jedoch für eine Sportwoche mit verschiedenen Mottoabenden. Jeden Abend steht eine andere Mannschaft in der Pflicht, für die Verpflegung zu sorgen. Es gab zum Beispiel einen bayrischen Abend, einen italienischen und einen Quich-Abend, während tagsüber die Vereinsmeisterschaften ausgespielt wurden. Heute finden die Finals statt.

Aktuell hat der Verein rund 250 Mitglieder und hält seit Jahren dieses Niveau relativ konstant, berichtet Sportwart Guido Ludwig. Nur zu Zeiten von Boris Becker und Steffi Graf sei die Zahl über die 300er-Marke geklettert, erinnert er sich.

Von Markus Jentzsch

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare