B 229: Schutznetze für die Grauwacke

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Nachdem die Bundesstraße 229 am Wochenende komplett gesperrt war, ist sie seit Montag zumindest halbseitig gesperrt. Das wird voraussichtlich bis zum Ende des Jahres so bleiben. 

Werdohl - Erst jetzt, nachdem Bäume gefällt und das Grün beseitigt ist, erkennt man, wie imposant der Fels gut 50 Meter in die Höhe ragt. Nach dem Beginn der Hangsicherungsarbeiten hat sich im Versetal bereits einiges verändert.

Neun Mitarbeiter der Salmen Fels-, Ingenieur- und Spezialtiefbau GmbH haben am Samstag und Sonntag den Teil der Arbeiten erledigt, für den eine Vollsperrung der Bundesstraße 229 unbedingt erforderlich war. 

Nicht nur der Bewuchs wurde entfernt. „Die Arbeiter sind von oben mit einem Seil gesichert worden, um dann in den Hang zu klettern. Dort haben sie mit Brechstangen loses Gestein entfernt“, erklärt Diplom-Ingenieur Holger Böse vom Landesbetrieb Straßen.NRW. Auch aus diesem Grund durfte keine Autos an der Baustelle vorbei fahren: „Denn man kann sich vorstellen, was passiert, wenn einer der Gesteinsbrocken trotz aller Vorsicht auf der Fahrbahn landet.“ 

Böse ist mit dem Verlauf der Arbeiten sehr zufrieden. „Schon am Sonntagnachmittag war alles fertig. Auf Anraten des Geologen haben wir die Vollsperrung aber erst am Montagmorgen aufgehoben“, erklärt der Diplom-Ingenieur. Denn auch einige Zeit nach einer solchen Maßnahme könne sich noch Gestein aus dem Hang lösen. 

Bundesstraße halbseitig gesperrt

Jetzt ist die Bundesstraße halbseitig gesperrt. Und das wird auch voraussichtlich bis zum Jahresende so bleiben, denn die eigentlichen Sicherungsarbeiten beginnen erst noch. In dieser Woche werde zunächst Platz geschaffen, um die Arbeitsbühne direkt am Hang aufstellen zu können. Dafür muss loses Gestein mit dem Bagger entfernt werden. Auch die eigentliche Baustelle werde noch eingerichtet. Schutzwände sollen ebenfalls aufgestellt werden, bevor das Unternehmen aus Meschede voraussichtlich ab der kommenden Woche Löcher in die Felsen bohrt. Darin sollen dann im weiteren Verlauf Felsnägel eingebettet werden. Außerdem werde schließlich mit Schutznetzen verhindert, dass sich zukünftig Grauwacke-Brocken aus dem Hang lösen und nach unten rollen. Zusätzlich werde ein 90 Meter langer Fangzaun angebracht, erklärt Böse. 

Ein Bagger entfernt loses Gestein und Erdreich am Hang, um Platz für die Arbeitsbühne zu schaffen.

Die Kosten für diese Maßnahme belaufen sich auf circa 550 000 Euro. „Da das Gestein im oberen Bereich des Hangs überhängt, haben wir aber keine Wahl; die Sicherung muss durchgeführt werden“, stellt der Fachmann von Straßen.NRW fest. 

Nach diesem Wochenende hatten Autofahrer kritisiert, dass die zweitägige Vollsperrung nicht ausreichend ausgeschildert gewesen sei. Insbesondere sei der Hinweis auf die Nachbarstadt Lüdenscheid auf einigen Schildern nicht durchgestrichen worden. Andere hatten dagegen angenommen, der gesamte Ortsteil Eveking sei gesperrt.

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