Parkgebühren in enormer Höhe kassiert

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Freitagvormittag, Altes Dorf: Auf einer der innenstadtnahesten Parkflächen sind noch zahlreiche Plätze frei. Das ist keine besondere Situation, sondern seit Januar überall in der Stadt zu beobachten. Gleichzeitig fallen die Einnahmen aus Knöllchen und aus den Parkautomaten unerwartet hoch aus. Das Ordnungsamt hat jetzt eine erste Bilanz gezogen.

WERDOHL - Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel spricht von „unerwartet hohen Einnahmen“: Bis Ende Januar wurden 14 275 Euro aus den Parkscheinautomaten herausgeholt, für rund 20 000 Euro Knöllchen geschrieben und rund 10 000 Euro an Dauerparkausweisen eingenommen.

Das Parkraumbewirtschaftskonzept greift zumindest finanziell voll. Gestartet wurde schon Anfang Dezember mit den ersten Automaten. Bis Weihnachten waren 1750 Euro eingeworfen worden. Ab Januar schaltete das Ordnungsamt auf „scharfe“ Kontrollen, entgegen der anfangs von der Verwaltung erklärten Absicht, die Autofahrer erst langsam an die neue Situation zu gewöhnen. Im Januar warfen die Autofahrer 12 500 Euro in die „Groschengräber“.

Diese Einnahmenhöhe hatte Mentzel nicht erwartet: „Wir hatten mit weit unter 10 000 Euro aus den Automaten gerechnet.“ Zumal der Januar ohnehin ein eher schwacher Monat ist.

Ob in den Folgemonaten wieder mehr als 12 000 Euro in den Automaten landen, kann Mentzel nicht abschätzen. Fakt ist, dass der Rathausparkplatz und die Brüderstraße aus rechtlichen Gründen (wir berichteten) noch gar nicht bewirtschaftet wurden. In diesen beiden Bereichen ist jedenfalls noch mit hohen Einnahmen zu rechnen.

Rund 10 000 Euro fließen pro Monat in die Stadtkasse durch die Einnahmen aus den Dauerparkausweisen und den Anwohnerparkausweisen. Die größte Überraschung aber ist die Höhe der verteilten Knöllchen: Im ersten Monat des Jahres schrieben die Mitarbeiter des Ordnungsamtes Verwarngelder in Höhe von etwa 20 000 Euro. Auch hier ist nicht hochzurechnen, ob weiter so häufig falsch geparkt wird oder ob sich die Situation hier nicht „sättigt“. Mentzel: „Für das Stadtsäckel ist das jedenfalls eine hocherfreuliche Situation.“

Natürlich muss gegengerechnet werden, um am Ende die Nettoeinnahmen für die Stadt zu sehen. 250 000 Euro hat die Politik als Einnahmeziel benannt, nach ersten Hochrechnungen kann dieses Ziel wohl auch erreicht werden. Ersten Überlegungen im Rathaus zur Folge spült das Parkraumbewirtschaftungskonzept zwischen 225 000 und 240 000 Euro netto in die Kasse.

Andrea Mentzel hat noch weitere Zahlen parat. Als Ordnungsamtsmitarbeiter Horst Scherk noch neben seinen üblichen Aufgaben allein unterwegs war, um Knöllchen zu schreiben, kassierte die Stadt jährlich zwischen 30 000 und 40 000 Euro. 2013 wurde mit zwei Leuten auf eineinhalb Stellen kontrolliert, da waren es schon 106 000 Euro. Ab 2014 sind Horst Scherk in Teilbereichen seiner Tätigkeit, Oliver Holzhauer mit 28,5 Stunden und Birgit Salewski mit 19,5 Stunden in der Parkraumbewirtschaftung tätig.

Knapp 80 000 Euro stehen im Haushalt für Personal- und Sachausgaben inklusive der technischen Betreuung der Automaten.

Von Volker Heyn

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