Der einstige Passkönig feiert und alle kommen

Mehr als 60 ehemalige Spieler der HSV überraschten Herbert Brandt zu seinem 60. Geburtstag im Vierjahreszeiten.

Werdohl . Niemand konnte die Pässe auf den Rechtsaußen Hans-Peter Höfner so werfen wie er. Fielen die Tore, war er meistens daran beteiligt. Die ruhmreichen Zeiten der HSV wären ohne Herbert Brandt undenkbar gewesen. Am Samstag wurde er 60 Jahre alt – und seine Handballer hatten eine ganz besondere Überraschung für ihn.

„Auf einer Kegeltour hat er einmal gesagt, dass er, wenn er 60 wird, einmal alle Handballer aus dieser Zeit wieder sehen möchte. Aber dass das ja wohl kaum möglich ist“, erzählt Helmar Kreikebaum. Und so entstand die Idee. Kreikebaum begann, alle ehemaligen Kollegen zu suchen und einzuladen. Wochenlang recherchierte er in sozialen Netzwerken, durchsuchte das Internet, fragte alte Bekannte. „Wir haben uns zum Teil 30, 40 Jahre nicht gesehen. Das war schon richtig viel Arbeit, die Adressen zu finden, aber das war es mir wert“, erzählt er.

Und so standen am Samstag tatsächlich 60 ehemalige Handballer vor dem Vier Jahreszeiten. Oben im Saal feierte Brandt bereits kräftig mit Familie und Freunden. Er ahnte nichts. Leise schlichen die Kollegen hinauf. Brandt hatte gerade für ein Spiel die Augen verbunden und war konzentriert bei der Sache. Nach und nach mischten sich die Handballer unter die Gäste. Am Ende des Spiels traute Brand seinen Augen nicht. Da waren all die Menschen, mit denen er so große Erfolge gefeiert hatte, und er konnte sich die Freudentränen nicht ganz verkneifen. Sprachlos fiel er nach und nach den Ex-Sportlern in die Arme. Die hatten übrigens weite Anreisen in Kauf genommen. Sie kamen nicht nur aus Frankfurt und Bayern, sondern sogar aus Spanien und den USA. „Carlos Alia habe ich in Spanien gefunden. Er ist heute Morgen in Deutschland gelandet. Klaus Lengelsen arbeitet eigentlich in den USA und kam extra für die Aktion hierher“, freut sich Kreikebaum.

Und nicht nur Herbert Brandt war begeistert von der Überraschung, sondern auch die Handballer, die sich nach 30 Jahren nun wieder sahen. Stundenlang schwelgten sie in Erinnerungen an Verbandsliga-Turniere. „Damals, als die HSV noch erfolgreich war, hatten wir unglaubliche Turniere am Riesei“, berichtet Kreikebaum. Und natürlich war auch immer wieder von Herbert Brandt die Rede. Der, so berichten die Kollegen, sei alles, aber sicherlich kein Abwehrspieler gewesen – jedoch torgefährlich.

Auch wenn die Handballer älter geworden sind, Familien haben, erfolgreich im Beruf sind – eines hat sich nicht geändert: Beim Feiern ist die Ausdauer noch immer die gleiche. Und so wurde bis in die frühen Morgenstunden gelacht, getanzt und in Erinnerungen geschwelgt.

Von Lydia Machelett

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