Für fünf Wochen

Der Verkehrsinfarkt droht: Wichtige Verbindungsstraße im MK wird komplett gesperrt

Der Höhenweg ist im Bereich des Böschungsbruchs zwischen dem Werdohler Ortsausgang und dem Altenheim Forsthaus schon seit Monaten nur einspurig befahrbar. In Kürze wird auch das nicht mehr möglich sein.
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Der Höhenweg ist im Bereich des Böschungsbruchs zwischen dem Werdohler Ortsausgang und dem Altenheim Forsthaus schon seit Monaten nur einspurig befahrbar. In Kürze wird auch das nicht mehr möglich sein.

Das große Verkehrschaos nach den Straßensperrungen als Folge des Jahrhundert-Unwetters hat Werdohl gerade erst hinter sich.

Seitdem der neue Kreisverkehr vor dem VDM-Werk provisorisch so hergestellt wurde, dass er aus allen Richtungen ohne Ampel und lange Wartezeiten befahrbar ist, fließt der Verkehr besser. Doch ab Montag, 23. August, droht der Stadt an Lenne und Verse, wahrscheinlich sogar der gesamten Region, der nächste Verkehrsinfarkt.

Denn dann sperrt der Landesbetrieb Straßen.NRW den Höhenweg (L 655) als wichtige Verbindungsstraße Richtung Lüdenscheid und Autobahn 45 für fünf Wochen. Zwischen dem Ortsausgang Werdohl und dem Altenheim Forsthaus wird dann der Böschungsbruch saniert. In diesem Bereich ist die Straße seit vielen Monaten nur einspurig befahrbar, der Verkehr wird mit einer Baustellenampel geregelt. „Durch das Starkregenereignis vor vier Wochen hat sich der Zustand des Böschungsbruchs derart verschlechtert, dass unmittelbar eine Sanierung erfolgen muss“, teilte Andreas Berg, Sprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW, jetzt mit. Andernfalls sei die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer nicht mehr gewährleistet.

Umleitung durch das Versetal

Die offizielle Umleitungsstrecke, die auch für den Schwerlastverkehr geeignet ist, wird durch das Versetal führen (Bundesstraße 229) – wie im vergangenen Jahr. Damals hatte Straßen.NRW unter Vollsperrung die Fahrbahn des Höhenwegs vom Kreisel in Rosmart Richtung Werdohl sanieren lassen. Die Folge war ein Verkehrskollaps auf der B 229 mit teilweise kilometerlangen Staus, denn im Versetal behinderten mehrere Gasbaustellen den Verkehr. Denn das Unternehmen Westnetz erneuert seine Gasleitung bis zu einer Verteilerstation in der Nähe des Rathauses. Abgeschlossen sind diese Arbeiten zwar noch immer nicht, derzeit laufen sie allerdings abseits der Straße ohne Beeinträchtigung des Verkehrs. Nach Informationen unserer Zeitung wird sich das aber schon in einigen Wochen wieder ändern.

Lange Staus bildeten sich im vergangenen Jahr auf der B 229 im Versetal, als der Weg von und nach Werdohl über den Höhenweg gesperrt war.

Viele genervte Verkehrsteilnehmer versuchten den Stau im Versetal damals über den kleinen asphaltierten Weg Hölzerne Klinke zu umfahren, um so auf den Höhenweg zu kommen. Dieses Vorhaben misslang jedoch gründlich. Gleich am ersten Tag fuhr sich eine Kolonne von rund 30 Fahrzeugen fest. Die Folge waren immer wieder Einsätze der Polizei und des Ordnungsamtes, ein genervter Anwohner errichtete schließlich sogar Straßensperren.

Probleme bei Straßen.NRW bekannt

Diese Probleme seien Straßen.NRW bekannt, sagte Sprecher Berg auf Nachfrage. Für den Zeitraum der neuerlichen Höhenweg-Sperrung werde an einer Lösung gearbeitet, damit es im Bereich Hölzerne Klinke nicht wieder zu einem Verkehrschaos komme. Wie diese Lösung aussehen wird, konnte Berg allerdings noch nicht sagen.

Zusätzlich verschärfen dürfte den Verkehrsdruck im Versetal die Sperrung der Bundesstraße 236 zwischen Werdohl und Altena sowie der Höllmecke. Ein Ausweichen auf den Zug ist für Pendler, die aus Richtung Hagen nach Werdohl wollen, ebenfalls keine Alternative, denn auch die Ruhr-Sieg-Strecke ist nach dem Jahrhundert-Unwetter stark beschädigt. Wohl erst gegen Jahresende können hier wieder Züge fahren.

Die Umleitung

Eine Umleitungsstrecke (U14) wird ausgeschildert und führt von der Autobahn kommend über die Brunscheider Straße L 655 (Höhenweg), L 691 (bei Lüdenscheid-Eichholz) und B 229 nach Werdohl. Diese Strecke ist auch für den Schwerlastverkehr geeignet. Andere Verkehrsteilnehmer können hinter dem Rosmart-Kreisel auch über die L 694 Richtung Versetal fahren. Allerdings ist auch diese Straße alles andere als in einem guten Zustand.

Neuartiges Verfahren kommt zum Einsatz

Im Bereich des Böschungsbruchs soll der Höhenweg stellenweise bis zu eineinhalb Meter tief ausgekoffert werden, um die Straße anschließend komplett neu aufzubauen. Dabei wird auch eine neue Frostschutzschicht eingebaut, die in einem neuartigen Verfahren mit sogenannten Geogittern verstärkt wird. Diese Gitter sollen durch ihre Wabenstruktur ein seitliches Ausdehnen des Bodens unter Belastung verhindern und damit die Oberfläche stabilisieren, die Tragfähigkeit des Bodens erhöhen. Ob mittelfristig weitere Sanierungsarbeiten anstehen und damit der Höhenweg eventuell erneut gesperrt werden müsste, konnte Andreas Berg am Donnerstag nicht mit Sicherheit ausschließen.

Die Arbeiten in die Herbstferien zu verschieben, sei aufgrund der Dringlichkeit keine Option gewesen. Ebenso nicht, mit den Arbeiten noch in den weniger verkehrsreichen Sommerferien zu starten, obwohl seit dem Unwetterereignis mittlerweile gut vier Wochen vergangen sind. „Wir mussten die Maßnahme zunächst vorbereiten und dann auch vergeben“, sagte Berg. Ausführen wird die Arbeiten das Unternehmen Hilgenroth aus Sundern.

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