Kreis sucht in Werdohl Gebäude für Förderschule

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Die Werdohler Gesamtschule (im Hintergrund) und das Gebäude der ehemaligen Hauptschule (Vordergrund) liegen auf dem Riesei direkt nebeneinander.

Werdohl - Der Kreistag hat am Donnerstag die Kreisverwaltung beauftragt, für eine neue Förderschule auf der Lenneschiene in den Städten Altena, Plettenberg und Werdohl nach einem geeigneten Schulgebäude zu suchen. Das Gebäude soll für einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren angemietet werden, gebraucht wird es ab dem Sommer 2018, wenn die bisherigen Förderschulstandorte in Plettenberg und Altena auslaufen.

Eine Entscheidung über den künftigen Standort der Förderschule an der Lenne möchte der Kreistag spätestens bis März kommenden Jahres treffen. „Werdohl ist also nicht aus dem Rennen“, kommentierte Bürgermeisterin Silvia Voßloh eine Überschrift dieser Zeitung auf Nachfrage. Zwar gebe es einen aktuell ablehnenden Ratsbeschluss der Stadt Werdohl, doch der beinhalte eine zeitliche Einschränkung.

Dieser Beschluss wird unterschiedlich interpretiert. Bei der Werdohler Haushaltsverabschiedung vor vier Wochen ging es um einen CDU-Antrag: Die Christdemokraten wollten dem Kreis das Gebäude der ehemaligen Hauptschule auf dem Riesei anbieten. Vor allem die SPD-Fraktion wollte eine Festlegung auf das Hauptschulgebäude verhindern. Bei der SPD wird vermutet, dass die CDU damit Signale für den Erhalt der Realschule in der Stadt senden wollte.

Werdohl hat ein Gebäude übrig

Da die Debatte in Werdohl über zukünftige Standorte und Schulformen in der Schwebe ist, wurde der Bezug des CDU-Antrags auf die Hauptschule herausgenommen. Letztlich wurde folgender Beschluss formuliert: „Der Rat lehnt den Antrag, dem Märkischen Kreis jetzt schon Gebäudekapazitäten für die unterzubringende Förderschule anzubieten, ab.“ SPD und WBG sorgten mit 17 zu 16 Stimmen von CDU und FDP dafür, dass dem Kreis „jetzt noch kein“ Angebot gemacht wird.

Der Zeitpunkt „jetzt“ ist offensichtlich nach vier Wochen verstrichen. Bürgermeisterin Silvia Voßloh sagte auf Nachfrage, dass die Stadt nach dem Kreistagsbeschluss von Donnerstag dem Kreis ein Schulgebäude in Werdohl anbieten werde. Voßloh: „Aufgrund des Auslaufens unserer Hauptschule haben wir auf jeden Fall ein Schulgebäude übrig.“

Bestmögliche Lösung für Werdohl

Bislang habe es nur eine informelle Anfrage des Kreises an die Stadt gegeben, Voßloh: „Man ist an uns herangetreten.“ Nach dem aktuellen Kreistagsbeschluss rechne sie jetzt bald mit einer formellen Anfrage. „Wir können dem Kreis nicht explizit ein Gebäude nennen, aber wir werden auf jeden Fall eins anbieten“, sagte sie. Ein konkretes Gebäude könne erst dann angeboten werden, wenn die Stadt Werdohl ihre eigene Schulentwicklung abgeschlossen habe. Da befinde man sich aber immer noch in der Warteposition auf Expertisen, ob diese Lösung schulfachlich umsetzbar ist.

Voßloh: „Ich bleibe bei meinem Superlativ, dass wir die bestmögliche Lösung für Werdohl gefunden haben.“ Voßloh ist darüber hinaus der Ansicht, dass Werdohl der optimale Standort für eine Förderschule auf der Lenneschiene sei. „Aus Sicht aller Eltern sind die Wege von Schülern aus Plettenberg und Altena nach Werdohl etwa gleich weit.“

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