Erster Jugendschutzvertrag in Werdohl

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Frank Brüggemann, Uwe Röther, Daniel Hüsmert (CVJM) und Sybille Dworschak (von links) bei der Unterzeichnung.

Werdohl -  Zum ersten Mal wurde am Donnerstag in Werdohl ein Vertrag  über den Kinder- und Jugendschutz unterschrieben. Unterzeichner waren Sybille Dworschak für das Jugendamt und Uwe Röther sowie Frank Brüggemann für den CVJM in Werdohl.

Immer wieder sei es in der Vergangenheit bundesweit zu Vorfällen gekommen, bei denen ehrenamtliche Mitarbeiter Kinder und Jugendliche belästigten. Dabei habe sich herausgestellt, dass die meisten Übergriffe von Personen mit einschlägigen Vorstrafen ausgingen, erklärt Brüggemann. Auch wenn solche Vorfälle in Werdohl nicht bekannt seien, solle dem Thema generell entgegengewirkt werden. Und so verpflichtet sich der freie Träger CVJM mit dem Vertrag, eine Vertrauensperson zu bestimmen, die sich von den ehrenamtlichen Helfern ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen lässt. Sobald dieses Vorstrafen aufweist, die in Verbindung mit Straftaten gegenüber Kindern und Jugendlichen stehen, dürfen die Betroffenen nicht als Ehrenamtler tätig werden.

„Es geht nicht um einen Generalverdacht sondern um einen generellen Schutz“, stellt Dworschak klar. Niemand solle das Gefühl bekommen, verdächtigt zu werden. Vielmehr gehe es darum, von jedem, der ehrenamtlich mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat, ein Führungszeugnis zu bekommen. Das Zeugnis werde kostenlos ausgestellt, so Dworschak.

Die Unterzeichnung eines Vertrags sei freiwillig für die freien Träger. Allerdings, so Brüggemann, knüpfe der Märkische Kreis seit diesem Jahr die Zuwendung öffentlicher Zuschüsse an den Abschluss eines Vertrages.

Dworschak freue sich sehr, dass der CVJM als Vorreiter fungiere. Der 1891 gegründete Verein ist unter anderem Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche. Er bietet viele Freizeitangebote, die in Gemeinschaft genutzt werden können. Bei Schulungen werden die Mitglieder des CVJM unter dem Aspekt des „Child-Protection“ sensibilisiert, um bestimmte Situationen zu erkennen. „Zum Beispiel, wenn ein Kind nicht isst“, so Röther. Mit dem Vertrag bekommt der CVJM mit Kinderschutzfachkräften des Jugendamtes direkte Ansprechpartner an die Seite gestellt.

Sybille Dworschak hofft nun, dass andere Vereine dem CVJM in Werdohl folgen und sich beim Jugendamt melden, um ebenfalls einen Vertrag über den Kinder- und Jugendschutz zu unterzeichnen. - jape

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