Aufruf für den Frieden

Die Musiker des Blasorchesters des Versetaler Schützenvereins begleiteten die Veranstaltung zum Volkstrauertag auf dem evangelischen Friedhof in Eveking.

Werdohl - Es sind die traurigen Tage. Jene Tage im Jahr, an denen sich gerade die älteren Menschen an die Kriegszeiten erinnern – an all die Qualen und das Leid. Doch auch heute gibt es noch Opfer von Krieg und Gewalt. Am Volkstrauertag gedachten in Werdohl zahlreiche Menschen den Opfern der Kriege.

„Das Erinnern ist wichtig. Denn die Ursachen für all diese schrecklichen Taten sind noch immer nicht verschwunden“, mahnte Pfarrer Irenäus Wojtko am Ehrenmal an der Freiheitstraße. Dort hatten sich zahlreiche Menschen eingefunden. Darunter die Sänger des Werdohler Männerchores, die Schützen, die Feuerwehr und natürlich Vertreter aus Rat und Verwaltung. Sie ließen sich auch vom kräftigen Regen nicht abhalten.

Aber – und das ist seit Jahren zu beobachten – immer weniger junge Menschen nehmen an diesen Gedenkveranstaltungen teil. Dabei sei das Erinnern wichtig, um den Frieden in der Welt voranzutreiben, wie Wojtko betonte: „Die Erinnerung gibt uns die Kraft, unsere Stimme unablässlich für den Frieden zu erheben. Nur ein ständiger Dialog und die Bereitschaft zur Versöhnung und Vergebung führen zum Frieden.“

Ähnlich sieht das auch sein evangelischer Kollege Dirk Grzegorek. Er erklärte bei der Gedenkveranstaltung auf dem evangelischen Friedhof in Eveking: „Krieg bringt niemals Helden hervor. Krieg macht uns immer zu Menschen, die wir nicht sein möchten.“ Auch in Eveking hatten sich knapp 100 Menschen aus Vereinen, Verbänden, Politik und Verwaltung versammelt, um gemeinsam der Opfer zu Gedenken. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung vom Blasorchester des Versetaler Schützenvereins.

Grzegorek nutzte die Gelegenheit und mahnte zum Frieden: „ Ich hoffe, dass wir klug genug sind, dass von Deutschland nie mehr eine militärische Offensive ausgehen wird.“

Eine äußerst kleine Abordnung des TuS Jahn traf sich ebenfalls, um gemeinsam der Opfer der Kriege zu gedenken. Der Verein hat einst in seinem Stadion am Riesei ein eigenes Mahnmal errichten lassen. Gegenüber der Weitsprunganlage wurde daher gestern nicht für Bestweiten und schnelle Zeiten gejubelt oder die Fußballmannschaft angefeuert, sondern es ging ungewöhnlich besinnlich zu. „Hoffen wir, dass wir es nicht mehr erleben müssen, dass auch an diesem Stein wieder neuer Opfer aus unseren Reihen gedacht wird“, sagte Rudolf Völkner, Vorsitzender des Sportvereins. Es müsse doch allen Verantwortlichen längst klar sein, so betonte er, dass Kriege das schlechteste Mittel sei, um Frieden zu stiften. „Das hat uns die Vergangenheite doch eindeutig gezeigt“, schloss Völkner seine Rede vor den rund zehn anwesenden Vereinsmitgliedern ab.

Von Lydia Machelett

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