Der Kampfmittelräumdienst ist vor Ort

Alarm aufgehoben: Granate in der Lenne entschärft

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Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes verfrachteten die Granate in ein Schlauchboot der Feuerwehr und brachten sie in die Flussmitte, wo sie letztlich gesprengt wurde.

[Update, 18.30 Uhr] Werdohl - Werdohl – Ein Zufallsfund am Lenneufer hinter der Firma Vossloh in Werdohl hat am Dienstagnachmittag einen spektakulären Einsatz von Feuerwehr und Kampfmittelbeseitigern ausgelöst. Ein Angler hatte dort eine zündfähige Granate entdeckt.

Gegen 12.15 Uhr war der Angler, der im Lennevorland zwischen dem Vossloh-Werksgelände und dem Fluss unterwegs war, auf das scharfe Geschoss von der Größe einer Getränkedose gestoßen, das wahrscheinlich schon seit mehr als 70 Jahren an dieser Stelle gelegen hat.

Er benachrichtigte daraufhin zunächst die Polizei, die das Ordnungsamt der Stadt Werdohl einschaltete. Eine Mitarbeiterin der Behörde machte sich zunächst vor Ort ein Bild von der Lage und informierte dann den Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe. Der wiederum forderte Unterstützung durch die Werdohler Feuerwehr an. So war ein relativ großes Aufgebot von Einsatzkräften mit Bereinigung der durchaus gefährlichen Situation befasst.

Das war der Plan zur Entschärfung

Gegen 15 Uhr war die Vorgehensweise zur Entschärfung der als begrenzt transportfähig eingestuften und als Sprengkopf einer Panzerfaust identifizierten Granate klar: Der Sprengmeister wollte die Munition mit einem motorisierten Schlauchboot der Feuerwehr zu einer möglichst tiefen Stelle der Lenne transportieren und sie dort unter Wasser zur Explosion bringen.

Kräfte der Werdohler Feuerwehr und des Kampfmittelräumdienstes besprachen vor Ort das Vorgehen.

Die akribische Vorbereitung dieser Sprengung nahm anschließend rund 90 Minuten in Anspruch. Die Feuerwehr ließ ihr Schlauchboot an dem Anlegesteg an der Schlacht zu Wasser und fuhr flussaufwärts zur Einsatzstelle. Dort kam der Sprengmeister an Bord, um nach einem geeigneten Platz für die Sprengung zu suchen. Er fand ihn etwa 100 Meter vom Fundort entfernt flussabwärts.

Bereich großräumig abgesperrt

An der Lennepromenade und vor allem auf der Aussichtsplattform in Sichtweite der Fundstelle hatte sich in der Zwischenzeit eine beträchtliche Anzahl von Schaulustigen versammelt. Sie alle mussten ihre „Logenplätze“ jedoch aus Sicherheitsgründen räumen. „Die waren aber alle sehr einsichtig“, berichtete Feuerwehr-Chef Kai Tebrün.

Polizei und Feuerwehr sperrten den Bereich wegen der Gefahr umherfliegender Granatsplitter großräumig ab. Auch die Gebäude der benachbarten Firmen Vossloh und Georg Fischer mussten geräumt werden.

Fund ist kein Einzelfall

Erst jetzt nahm der Kampfmittel-Experte die mittlerweile mit einer Sprengladung versehene Granate an Bord des Schlauchbootes und transportierte sie an die zur Entschärfung vorgesehen Stelle in der Lenne. Kurz nach 16.30 Uhr ertönte dann das erste Sprengsignal, nach der dumpfen Detonation der Sprengladung folgte um 16.35 Uhr das Signal zur Entwarnung. Die Granate war entschärft.

Der Fund ist kein Einzelfall. Im September 2017 hatte ein Werdohler am Waldfriedhof Biesenberg bei Dresel eine Stabbrandbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt.

Das empfehlen Experten

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst empfiehlt in Fällen wie diesen, den Zufallsfund auf keinen Fall zu berühren oder zumindest ganz vorsichtig wieder abzulegen, Erschütterungen zu vermeiden und die Fundstelle zu markieren. Unbefugte sollen vom Fundort ferngehalten und gewarnt werden. Dann sollen Polizei und Ordnungsamt von dem Fund unterrichtet werden.

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