Abschnitt der Lenne-Route wird 2020 gebaut

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Dieser Abschnitt des Radwegs soll 2020 gebaut werden.

Werdohl – Nach zähem Ringen wird ein Abschnitt des Lenne-Radwegs auf Werdohler Gebiet 2020 gebaut. Beendet ist der Streit mit der Landesbehörde aber noch lange nicht.

Der Radwegebau in Werdohl – eine scheinbar unendliche Geschichte. Der Lenne-Radweg, dessen Entstehung auf dem Gebiet der Stadt allenfalls minimale Fortschritte macht, war wieder einmal Thema im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung (Ustea). 

Für 2020 kündigte die Stadtverwaltung nun einen weiteren kleinen Schritt auf dem Weg zum durchgehenden Radweg zwischen Plettenberg und Altena. 

Späinghaus: "Wir werden ausgebremst"

Mit seiner Feststellung, die Natur und die touristischen Angebote rechts und links der Lenne ließen sich am besten mit dem Fahrrad erleben, hatte Thomas Scholle vom Dortmunder Planungsbüro Planlokal in seinem Vortrag über das interkommunale Projekt „Lenneschiene 2.0“ eine Steilvorlage geliefert. Zudem formulierte er geschickt verpackt die Forderung, unattraktive und gefährliche Abschnitte der Lenneroute, auch auf Werdohler Gebiet, besser zu gestalten. 

Die Steilvorlage nahm SPD-Ratsherr Andreas Späinghaus gerne an: „Wir würden ja gerne touristische Highlights setzen, werden aber ausgebremst“, sagte er. 

Werdohler scheitern mit Ideen

Seine Kritik richtet sich gegen den Landesbetrieb Straßen.NRW. An dieser Straßenbauverwaltung sind die Werdohler Ideen für eine attraktive Streckenführung der Lenneroute in der Vergangenheit des Öfteren gescheitert.  Ein Beispiel ist der Radwegabschnitt zwischen Rathaus und Kettling. Insbesondere die SPD hatte sich – letztlich erfolglos – für eine Strecke abseits der Straßen eingesetzt. 

Am anderen Ende der Stadt könnte das Projekt aber in absehbarer Zeit einen Schritt vorankommen. „Wir können nach derzeitiger Lage davon ausgehen, dass im Jahr 2020 mit dem Bau des Radwegs von Ütterlingsen bis zur Höllmecke begonnen wird“, verkündete Tiefbauabteilungsleiter Martin Hempel. 

Baubeginn 2020 im Visier

Derzeit werde die Ausführungsplanung mit Straßen.NRW abgestimmt, erklärte Hempel auf Nachfrage der Redaktion. Wenn das geschehen sei, könne mit der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen begonnen werden. „Eine Ausschreibung bis Anfang 2020 ist somit aus heutiger Sicht realistisch. Daher gehe ich von einem Baubeginn 2020 aus“, gab er sich optimistisch. 

Allerdings wird auch auf diesem Teilstück nicht die reizvollste oder attraktivste, sondern die kostengünstige und am schnellsten zu realisierende Lösung gewählt. Die SPD hatte im vergangenen Herbst eine Variante mit Holzbrücke ins Spiel gebracht, über die der Radverkehr auf die linke Lenneseite geführt werden könnte. Grundsätzlich wäre das möglich, allerdings gäbe es wohl Probleme mit der wasserrechtlichen Genehmigung für eine Brücke. Außerdem wäre mit wesentlich längeren Planungs- und Bauzeiten zu rechnen.

Keine Chance für Route durch FFH-Gebiet

Auch die Idee, Radfahrer über die Dammstraße zu führen und dann den Stadtteil Ütterlingsen auf der linken Lenneseite in einem großen Bogen zu umfahren, hat keine Chance auf Realisierung. Diese Variante wäre mit einem Eingriff in das FFH-Gebiet Eschmecke-Hückenstein verbunden – ein K.o.-Kriterium für die Genehmigungsbehörden. Ein solcher Eingriff in ein FFH-Gebiet werde nur genehmigt, wenn keine Alternativen zur Verfügung stünden, klärte die Stadtverwaltung die Ausschussmitglieder auf.

Und mindestens eine Alternative gibt es: Der Radweg kann vom Ende der Stettiner Straße in Ütterlingsen über die Bundesstraße 236 und später an der Straße und der Lenne entlang bis zur Brücke nach Lengelsen verlaufen. Das ist die Trassenvariante, die schon seit längerer Zeit auf dem Tisch liegt. Nach Hempels Worten soll sie im nächsten Jahr verwirklicht werden. Ein 1000 Meter langes Teilstück der Lenneroute wäre damit fertig. 

Einen von 17,3 Kilometern geschafft

Die Lenne ist in Werdohl aber 17,3 Kilometer lang. Es gibt also noch viel zu tun. Und der Streit mit Straßen.NRW über die eine oder andere Streckenführung wird sicherlich weitergehen. Deshalb würden sich die Politiker auch über Unterstützung für ihre Vorschläge freuen. Auf die Frage, ob man über das Projekt „Lenneschiene 2.0“ nicht Einfluss auf die Straßenbauverwaltung nehmen könne, antwortete Planer Scholle ausweichend, aber dennoch vielsagend: „Es ist nicht so einfach."

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