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Azubis mit „erlebbarer Hydraulik“ anlocken

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Mitarbeiter André Degen zeigt Schülern der Realschule am Hydrodidact Abläufe der Hydraulik.
Mitarbeiter André Degen zeigt Schülern der Realschule am Hydrodidact Abläufe der Hydraulik. © Wiechowski, Jona

Mehr als 600 Mitarbeiter sind es allein an deutschen Standorten, insgesamt sogar rund 1500 in 19 Ländern: Die Firma Stauff ist ordentlich auf Wachstumskurs. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Werdohl steht für Leitungskomponenten und Hydraulikzubehör für den Maschinen- und Anlagenbau sowie die industrielle Instandhaltung. Bei der insgesamt vierten Ausgabe des Arbeitgebertages rührte Stauff die Werbetrommel für Nachwuchs – ein inzwischen bewährtes Konzept.

Werdohl - Bekanntlich wird es für die Industrie nicht einfacher, alle Stellen besetzt zu bekommen. Da steuert Stauff erfolgreich gegen – mit dem Aktionstag, der vergangene Woche schon am Plettenberger Standort stattgefunden hatte. Am Freitag kamen morgens Real- und Gesamtschüler, nachmittags war das Gelände offen für Interessierte.

„Es ist unheimlich wichtig, dass die Schüler einen Einblick bekommen“, erklärte Realschullehrer Mustafa Gündogdu, der mit Neuntklässlern vor Ort war, vor allem mit Blick auf die Führungen durch die Firma. Wie wichtig es ist, das alles mal mit eigenen Augen zu sehen, unterstrich auch Stauff-Personalleiter Niclas von Seidlitz: „Wir können am Messestand viel erzählen. Wie es tatsächlich aussieht, können wir nur hier zeigen.“

Ganz nach dem Motto „Wir wollen Hydraulik erlebbar machen“, wie es von Seidlitz formulierte, konnten die Schüler mithilfe von Mitarbeiter André Degen hydraulischen Anwendungen an einem sogenannten Hydrodidacten simulieren. Um zu zeigen, wo das von Stauff produzierte Hydraulikzubehör überall eingesetzt wird, waren im Unternehmen Teile von Windkrafträdern ausgestellt und draußen stand ein großer Bagger, in den sich die Schüler auch hineinsetzen konnten.

Auf dem Außengelände parkte der Info-Truck des Märkischen Arbeitgeberverbands, der an mehreren Stationen Berufe der Metall- und Elektroindustrie erlebbar macht – aufgeteilt in die vier Kategorien Metall, Elektro, IT und den kaufmännischen Bereich. Bei dem Lkw handelt es sich um eine Sonderanfertigung, bei dem sich ein zweites Stockwerk hochfahren lässt, sodass auf zwei Ebenen rund 80 Quadratmeter genutzt werden können – und die sind vollgepackt mit vielen Bildschirmen und modernster Technik wie einer CNC-Fräse oder dem Roboter „Cobot“, der mithilfe eines Touch-Bildschirms Zahnräder zu einem Getriebe zusammensetzen kann.

„Es ist nicht ganz einfach, Auszubildende zu bekommen. Deswegen sind Tage wie dieser hier heute sehr wichtig“, erklärte Gerd Friese, Ausbildungsleiter für den technisch-gewerblichen Bereich bei der Firma Stauff. Ihn freute bei unserem Besuch am Freitagmorgen, dass erste Schüler schon angekündigt hatten, bei der Berufsmesse kommende Woche Bewerbungen für Praktika mitbringen zu wollen. Die sind bei Stauff sowas wie die Eintrittskarte. Denn: „Ohne Praktikum gibt es keine Stelle“, sagte von Seidlitz. Das habe den Hintergrund, dass sich beide Seiten erst ein bisschen kennenlernen sollten – ein paar Tage, am besten aber eine Woche.

Wenn sich beim Praktikum herausstellen würde, dass der Job nichts für den jeweiligen Schüler ist, sei das auch gut. Friese: „Wir wollen den Schülern helfen, den richtigen Weg einzuschlagen.“

Übrigens: Allein in der Dreherei suche Stauff jährlich zwei bis drei Auszubildende – immer mit dem Ziel, diese auch zu übernehmen. Zwölf verschiedene Berufe im technischen und kaufmännischen Bereich bildet Stauff derzeit insgesamt aus. Und dank Aktionen wie dem Arbeitgebertag bekomme das Unternehmen auch alle Stellen besetzt, so von Seidlitz.

Zu einer Ausbildung gehört bekanntlich Praxis und Theorie – letzteres findet zum Beispiel für Zerspaner zweimal die Woche im Berufskolleg für Technik in Lüdenscheid statt. Oberstudienrat Marcus Kretschmer erklärte den Schülern am BKT-Stand, was möglich ist in Sachen Ausbildung – und auch, was danach in Sachen Weiterqualifizierungen noch alles geht.

Wer mehr wissen will, sollte sich den Tag der offenen Tür des Berufskollegs am Samstag, 21. Januar, von 9 bis 13 Uhr vormerken.

Mit einem Stand vertreten war auch das Stauff-Schwesterunternehmen Menshen, das unter anderem Kunststoffverschlüsse beispielsweise für Shampoo-Flaschen herstellt. „Dieses Jahr konnten wir alle Ausbildungsstellen besetzen“, konnte Ausbilder Georg Damerius erfreut berichten. Grundsätzlich suche die Firma immer bedarfsorientiert nach Nachwuchs.

Am Plettenberger Stauff-Standort hat der Arbeitgebertag bereits stattgefunden. Firmenvertreter erklärten hier, dass ein Facharbeiter bis zu 85.000 Euro Jahresverdienst erzielen könne.

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